Es gibt vier wesentliche Wege, wie ein Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann: First, Best, Different oder Fast.
Von Harald Kopeter
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und der aktuell verhaltenen Konsumlaune ist es für Unternehmen schwieriger denn je, erfolgreich zu agieren. Die Kaufzurückhaltung ist spürbar, der Mitbewerb agiert mit hohen Rabatten, weshalb der Druck auf Preise enorm steigt. Für Unternehmen bedeutet dies, sich klar zu positionieren und gezielt zu differenzieren, um bei den Konsumenten im Gedächtnis zu bleiben. In einem solchen Umfeld ist es entscheidend, dass Unternehmen eine klare Strategie verfolgen, um sich erfolgreich auf dem Markt zu behaupten.
First: Der Erste auf dem Markt sein
Ein Unternehmen, das als erstes ein neues Produkt oder eine innovative Dienstleistung anbietet, sichert sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil. Diese „First“-Strategie ist jedoch selten leicht umzusetzen, da echte Innovationen aufwendig und risikobehaftet sind. Dennoch gibt es Erfolgsbeispiele wie das Tempo-Taschentuch, das als erster Anbieter eine ganze Produktkategorie dominierte und dessen Marke öfter genannt wird als das Wort Papiertaschentuch.
Best: Das beste Produkt oder
die beste Dienstleistung bieten
Wenn ein Unternehmen es nicht schafft, als erstes am Markt zu sein, kann es versuchen, die beste Version eines Produkts anzubieten. Dies könnte durch verbesserte Produktqualität, ein überragendes Serviceangebot oder ein professionelles Marketing- und Vertriebsteam erreicht werden. Diese Strategie erfordert, sich von den Wettbewerbern abzuheben, indem man klar die Überlegenheit des eigenen Angebots herausstellt. Beispiele dafür finden sich in der Luxus-Modebranche, Luxus-Hotellerie oder im Premiumbereich der Automobilindustrie.
Different: Sich durch Einzigartigkeit abgrenzen
Sollte ein Unternehmen weder das erste noch das beste Produkt anbieten können, bleibt die Möglichkeit, anders zu sein – und zwar deutlich anders. Die Differenzierung muss jedoch so klar und sichtbar sein, dass der Unterschied für die Konsumenten unmittelbar erkennbar ist, ohne dass er erklärt werden muss. Ein Beispiel ist die Differenzierung des Fernbusanbieters Flixbus, der eine kostengünstige und flexible Alternative zum Flugzeug und Zug offeriert. Dazu muss man wissen, dass Flixbus nicht mal eigene Busse besitzt.
Fast: Die schnellste Leistung erbringen
In einer Zeit, in der Kunden Produkte und Dienstleistungen „jetzt“ haben wollen, gewinnt die Geschwindigkeit zunehmend an Bedeutung. Unternehmen, die ihre Angebote besonders schnell zur Verfügung stellen, können sich dadurch einen klaren Vorteil verschaffen. Amazon Prime ist hier ein Paradebeispiel: heute bestellt – morgen geliefert. Kunden erwarten schnelle Reaktionen, und Unternehmen, die diesen Anforderungen gerecht werden, werden besser verkaufen als jene, die sich Zeit lassen.
Letzter Ausweg: Billig sein
Ist ein Unternehmen weder „First“, „Best“, „Different“ noch „Fast“, bleibt oft nur der Preis als Differenzierungsmerkmal. Allerdings birgt eine reine Preisstrategie erhebliche Risiken. Auch wenn diese kurzfristig Marktanteile sichern kann, gibt es immer wieder Wettbewerber, die noch günstiger sind.
Als Beispiel für ein Unternehmen, das alle fünf Attribute erfüllt, lässt sich Ryanair nennen, die als erste Low Cost Airline in Europa etabliert wurde und über die Jahre zu einer der größten Fluglinien Europas aufstieg, indem sie jeden einzelnen Punkt konsequent weiterentwickelte.
Klare Positionierung und konsequente Strategie
Für Unternehmen ist es in einem schwierigen Marktumfeld unerlässlich, eine der oben genannten Strategien klar zu verfolgen und sich durch eine einzigartige Marktpositionierung von der Konkurrenz abzuheben. Unternehmen sollten ihre eigene Position reflektieren und entscheiden, ob sie durch Innovation (First), Qualität (Best), Unverwechselbarkeit (Different) oder Schnelligkeit (Fast) hervorstechen können. Eine Fokussierung auf einen dieser vier Wege, kombiniert mit einer flexiblen Anpassung an Marktveränderungen, kann auch in herausfordernden Zeiten den Weg zum Erfolg ebnen.
Übrigens, die Steigerung von Rabatt nennt sich Verlust.
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