VIA-Scouts waren in der Steiermark unterwegs und haben viele Tipps für einen erlebnisreichen Sommer in den Rucksack gepackt.
Wir behaupten: In der Steiermark gibt es keine Geheimtipps mehr, die diesen Namen ernsthaft verdienen würden. Weil die Touristiker und Reisebuchautoren glücklicherweise nicht schlafen und viele der früheren Insider-Tipps bereits entsprechend kommuniziert haben.
Wir behaupten aber auch: Es gibt in allen Landesteilen immer noch jede Menge Orte, die man neu für sich entdecken kann. Oft reicht schon weniger schönes Wetter oder ein kleiner Umweg, um ungewohnte Eindrücke zu sammeln und die Ruhe zu genießen.
Freizeitzentrum Murauen
Beginnen wir unseren Ausflug an der Mur südlich der Landeshauptstadt Graz. Beileibe kein Ort, den nicht schon andere vor uns entdeckt hätten, insbesondere seit im Zuge der Kraftwerkserrichtung in Gössendorf ein Freizeitzentrum samt neuem Ruderhaus und Grillplätzen entstanden ist. An schönen Tagen tummeln sich hier Dutzende, wenn nicht Hunderte von Freizeitsportlern zu Fuß oder auf ihren Rädern. Und doch gibt es für Läufer und Spaziergänger auch hier Wege abseits der viel frequentierten Routen. Etwa flussabwärts auf der linken Muruferseite bei Gössendorf weiter in Richtung Fernitz. Man passiert Äcker und Pferdeweiden, das eine oder andere verlassene Boot weckt Erinnerungen an den letzten Urlaub in Istrien.
Neue Wege am Schöckl
Auch der Grazer Hausberg Schöckl mag vielen vertraut sein. Aber neben den gemütlicheren Wanderrouten und der berühmten Lift-Trasse gibt es Alternativen, die nur von wagemutigeren Typen gewählt werden. Etwa die Strom-Trasse, von der Seilbahn aus bergauf gesehen rund 150 Meter rechts. Eine selektive Strecke, die man mit gutem Schuhwerk das ganze Jahr über gehen kann. Zuerst folgt man der Lift-Trasse, dann geht man beim ersten Gehöft rechts und kreuzt den Wanderweg. Wichtig: Beim Schottersteinbruch rechts halten. Als Anhaltspunkt dienen die Strommasten, ganz einfach zu finden ist die Route aber nicht. Die Belohnung: Man ist weitgehend allein unterwegs und muss nicht alle zwei Minuten andere Wanderer grüßen.
Kühle Erfrischung an steirischen Seen

Kein streng gehütetes Geheimnis mehr: das Flussbad an der Steinernen Wehr in Kaindorf an der Sulm. Übrigens das älteste seiner Art in der Steiermark. (Foto: Steinerne Wehr)
In Richtung Packsattel, einem nach wie vor unterschätzten Gebiet für Wanderer und Radler, liegt der schöne Ort Edelschrott. Mit dem Hirzmann-Stausee gibt es hier ein ebenso naturnahes wie multifunktionales Freizeitangebot, ein Fleckerl, an dem man nicht nur baden und zelten, sondern auch Kanu fahren und klettern kann.
Im Süden des Landes ist das Flussbad an der Steinernen Wehr sicherlich auch kein streng gehütetes Geheimnis mehr. Doch auch hier kann man Abwechslung ins Programm bringen. Zum Beispiel, indem man zuerst das Naturparkzentrum Grottenhof besucht oder eine Runde um den Sulmsee läuft und erst gegen Abend in das meist sehr erfrischende Wasser eintaucht, wenn die anderen Besucher schon in den Buschenschenken sitzen.
Ein touristischer Rohdiamant: das Murtal
Eine Region, die sich gerade erst selbst touristisch entdeckt, ist das Murtal. Abseits des Red Bull Rings, der bereits viele Menschen anzieht, gibt es etliche empfehlenswerte Adressen. Der Ingeringsee ist so ein Ort, ideal für Spaziergänger oder für Hungrige, denen eine Vorab-Reservierung im Gasthof Wachter dringend angeraten wird. Ebenfalls gut essen lässt sich bei der Grünen Lagune, einem Schotterteich, der vor allem die Jugend der Umgebung an sonnigen Tagen anzieht. Nur für hartgesottene Naturburschen und Dirndln zum Baden geeignet sind der Kleine und der Große Winterleitensee, die zu den schönsten Bergseen des Landes gezählt werden dürfen. Von hier aus auf den beliebten Zirbitz bietet sich eine zweistündige Wanderung an.
Übrigens: Sag niemals Berg zu ihm, denn der Zirbitzkogel ist eine alpine Legende. Für den einzigartigen Höhenrausch sorgt aber nicht nur der Gipfelblick, sondern auch das auf 2.376 Metern gelegene Schutzhaus. Seit 1999 betreibt Zirbitz-Werni dieses atmosphärische Refugium und ist mit seiner Bergsteiger-Supp’n selbst zur Legende geworden.
Sabathy Hütte
Die Sabathy-Hütte in Obdach ist eine ideale Anlaufstelle für Freunde gesunder Luft und gesunder Küche. Alleine die hausgemachten Bio-Zirbenlandnudeln sind einen ausgedehnten Besuch im Alpengasthof wert. Ganz zu schweigen von Delikatessen wie zirbig marinierten Eierschwammerln oder einer nadeligen Zirbenschaumsuppe. Und als Aperitif sei zu Zirberol oder Zirbirinhia geraten. Der Alpengasthof Sabathy betreibt im Übrigen eine Tschurl-Sammelstelle.
Camping im Zirbenland
Wer sich zwischen wunderbaren Wanderungen am komfortablen Campingplatz erholen will, dem offenbaren sich im Zirbenland alle Möglichkeiten: Der mehrfach ausgezeichnete 50plus Campingpark Fisching in Weißkirchen hat nichts mehr mit Pfadfinder-Zelten zu tun. Schon eher mit Glamping. Immerhin verfügt das 15.000 m2 große Areal über einen eigenen Gästekräutergarten, kunstvoll getischlerte Zirbenholzbetten, Komfortstellplätze sowie einen 300 m2 großen Bio-Schwimmteich.
WOLFGANG KÜHNELT & K. B.
Tipps im Netz
Graz und Umgebung:
Im Süden:
Kaindorf
Ankerpunkt
Genussregal
Wipfel Wanderweg Rachau
Im Murtal:
Ingering See
Gasthof Wachter
Die Lagune
Winterleiten
Alpengasthof Sabathy
Camping 50 Plus
Im Ennstal:
Beitragsbild: (c) Steiermark Tourismus/ikarus.cc

