Blackout und kontrollierte Stromabschaltung – Begriffe, die in den vergangenen Monaten in aller Munde waren und uns aus unserer Komfortzone holen.
Was passiert wirklich, wenn plötzlich der Strom wegbleibt? Vor allem in einem Unternehmen wie dem Flughafen Graz, dessen dauerhafte Versorgung mit Strom nicht nur, aber vor allem aus Sicherheitsgründen höchste Priorität hat?
Das wollten wir mal genau wissen. Natürlich ist der Flughafen Graz durch den Strombezug über verschiedene Trafostationen, Notstromaggregate, Batteriesysteme etc. abgesichert und diese Systeme werden auch regelmäßig überprüft. Aber was passiert, wenn man den Flughafen wirklich einmal nicht nur von der eigenen Leitung, sondern gänzlich vom Netz nimmt und das noch dazu für einen längeren Zeitraum? Werden alle technischen Anlagen damit umgehen können? Wird es zu Ausfällen kommen, die man bisher nicht auf dem Radar hatte?
Ein Härtetest.

Der Flughafen Graz bei Notstrombeleuchtung: etwas weniger hell als gewohnt. Foto: Flughafen Graz
Um das ganze Szenario durchzuspielen, haben sich rund 15 Mitarbeiter:innen aus verschiedenen Bereichen des Flughafen Graz – von der E-Werkstatt über die IT bis hin zur Austro Control sowie schließlich auch der Energie Steiermark – in einer Frühlingsnacht zusammengefunden, um die Probe aufs Exempel zu machen. Eine leichte Nervosität war spürbar, denn spätestens um 6:00 Uhr früh, wenn das erste Flugzeug abhebt, muss alles wieder wie am Schnürchen laufen. Um Punkt 0:30 unterbrach ein Mitarbeiter der Energie Steiermark den Strom und einen Herzschlag später war die erste Erleichterung zu spüren.
Die Notstromversorgung ist sofort angesprungen. Nun begann die Kleinarbeit: Alle Anwesenden schwärmten aus, um die verschiedensten technischen Einrichtungen des Flughafens anhand von akribisch vorbereiteten Check-Listen vom Keller bis zum Tower zu überprüfen – von der Befeuerung, die den Flugzeugen den Weg weist, über Check-in- und Liftanlagen, Türe und Tore, verschiedene Beleuchtungen, Alarm- und Sicherheitseinrichtungen bis hin zum einfachsten Monitor und Drucker. Nachdem dieser Check beendet war, galt es, auf die normale Stromversorgung zurückzuschalten – und den Check nochmals durchzuführen. Denn auch bei der Rückschaltung sind Probleme nicht auszuschließen.
Zur Freude aller hat der Test sehr gut funktioniert: Die Learnings und „Findings“ waren eher unbedeutend und nicht sicherheitsrelevant, werden aber trotzdem systematisch aufgearbeitet, um auf Stromausfälle jeglicher Art bestens vorbereitet zu sein.
Beitragsbild: Flughafen Graz
