1.550 Meter roter Teppich werden am Samstag, 24. August ausgerollt, wenn 750 Genussmenschen an der Langen Tafel in der Grazer Innenstadt Platz nehmen …

Das Erfolgsformat Lange Tafel der Genusshauptstadt Graz ist gekommen, um zu bleiben: Bereits zum zwölften Mal lädt Graz Tourismus zum herausragenden kulinarischen Event des Jahres und man hört, dass einige Stammkunden aus dem asiatischen Raum heuer sehr kurzfristig ihre Tickets zurückgegeben haben – daher kann der eine oder die andere in puncto Ticket durchaus noch Glück haben und wieder verfügbare Karten möglicherweise ergattern.

Last-Minute-Tickets

Auf der Website www.genusshauptstadt.at  können Spontane vielleicht noch einen der 750 Plätze am oder um den Hauptplatz an der weißen Langen Tafel ergattern. Auch in der Tourismusinformation Region Graz in der Grazer Herrengasse 16 sowie in jeder Ö-Ticket-Verkaufsstelle gibt es möglicherweise noch die Chance.

Die Lange Tafel in Zahlen

  • 150 Personen für Küche, Service, Logistik
  • 1.550 m roter Teppich
  • 5 Sattelschlepper mit Equipment (Stühle, Tische, Gläser, Porzellan, Wäsche)
  • 9.500 Stück Gläser
  • ca. 10.000 Besteckteile
  • 8.000 Teller
  • 1.200 Flaschen Wein
  • 1.500 Flaschen Mineralwasser
  • 600 Flaschen Bier
  • 15 kg Butter
  • 1.520 Stück Brot
  • 400 Kerzen
  • ca. 7.500 Blumen

Diesmal soll das Wetter laut Vorhersage mitspielen – im Falle von Schlechtwetter und damit verbundener Absage im öffentlichen Raum werden die Karten zu Gutscheinen, die bei den rund 30 GenussHauptstadt-Partnerbetrieben eingelöst werden können.

Die Lange Tafel ist als als „Green Event“ zertifiziert und zeigt die hohe Qualität der steirischen Produkte – und was die Köche aus den Partnerbetrieben der GenussHauptstadt daraus machen.

 

Beitragsbild: Graz Tourismus - Werner Krug

 

Das Landgut am Pößnitzberg ladet herzlich zur Pink & White Bubble Night ein. Am Samstag, 29.06.2024 ist es ab 18 Uhr endlich wieder soweit!

(c) Landgut am Pößnitzberg

Das Sommer-Event an der Südsteirischen Weinstraße dürfen Sie nicht verpassen. Freuen Sie sich auf namhafte Winzer, Champagner-Produzenten und Gäste, beste Kulinarik, stimmungsvolle Musik und vieles mehr!

Wann?

Samstag, 29.6.2024 ab 18 Uhr

Wo?

Landgut am Pößnitzberg | Pößnitz 168, 8463 Leutschach

Zu den Karten

Regulärer Kartenpreis € 95,- pro Person

HIER geht´s zu den Karten!

Programm

  • 18.00 Uhr Schaumwein-Verkostung mit Sekt-Winzern und Champagner-Produzenten
  • 20.00 Uhr Köstlichkeiten vom Kreuzwirt Grillbuffet
  • bis 23.00 Uhr Pößnitzberg „Bubble Night“ Sekt all-inclusive
  • DJ Marco Schelch, Band Club Seven
  • open-end Party auf der Tanzfläche am Pool
  • Dresscode: Pink and/or White

Winzer

Charles Heidsieck Champagne, Weingut Hannes Sabathi, Weingut Krug Gumpoldskirchen, Nyetimber English Wine, Weingut oberGuess, Weingut Polz, Reichsrat von Buhl, Weingut Reiterer

 

Beitragsbild: Landgut am Pößnitzberg
Unaufgeregt gut, beherbergt in einem 450 Jahre alten Gasthof: Familie Rainer führt den Trautentalwirt seit 35 Jahren und sorgt mit bedachten Facelifts für gute Bauchgefühle.

Unscheinbare Außenfassade, glänzende Kulinarik im Inneren: Der Weg in den Westen der Steiermark ist abseits des Schilchers spannend und geprägt von leidenschaftlichen Wirtsleuten wie Familie Rainer.

Am Fuße der Kleinalpe in Geistthal-Södingberg hält die ­Lipizzanerheimat ein kleines Gasthausjuwel bereit. Seit 450 Jahren beherbergt das altrosa Gemäuer Gastlichkeit und Bürgertum. 1989 zogen Johann und Romana ­Rainer ein, wenig später folgte Johann junior. „Ich hatte mit zwei Jahren schon eine eigene Kochjacke. Das Gasthaus war mein Spielzimmer“, erinnert sich der erste Sohn des Hauses gerne an seine gästereiche Kindheit zurück. Heute steht er als Mastermind hinter den Kulissen u. a. neben seinem Papa in der Küche, seine Frau Lisa schupft den Patisserie-Posten und Bruder Martin ist der Frontman für das vorwiegend biodynamische Weinsortiment. Jeder gibt im Trautentalwirt seinen Senf dazu und darin sieht die Familie keinen Nachteil.

Weine aus (bio)dynamischen Weinabuern aus dem Burgenland

„Unsere Eltern sind jeden Entwicklungsschritt mitgegangen. Sie haben sich vor unseren innovativen Ansätzen nicht verwehrt, sondern sie stets mit Freude mitgetragen“, so das Brüderpaar. „Bis vor wenigen Jahren“, damit adressieren sie die Zeit vor der Coronapandemie, seien sie ein klassisches Landgasthaus gewesen. Mit Kartendipplern an der Theke und Familientischen an Sonntagen. „Das Wirtshausleben hat sich seit 2020 verändert. Diese Tatsache haben wir als glückliche Chance gesehen, unser Konzept zu überarbeiten, um künftig dem, was wir fünf gebündelt mitbringen, eine noch bessere Bühne bieten zu können.“ So entstand die Idee des „Trara“ – ein Überraschungsmenü, das man monatlich anbietet und zu dem man auch wechselnde Gastwinzer einlädt. Kredenzt wird Gegensätzliches, das sich anzieht: „Heimatverbunden, aber weltoffen. Unkompliziert, aber besonders. Zeitlos, aber zeitgemäß.“

Hansi seniors butterweicher Zwiebelrostbraten darf dabei auch nicht fehlen. „Das ist Papas USP“, lachen die Kinder. Brennsterz oder das Schweinsbratl mit Grammelknödl und geriebenem Kürbiskraut ist ein weiterer Klassiker, den Gäste von nah und fern zu schätzen wissen. Hausgemachte Kroketten oder Zwiebelbuchteln begleiten die herbstlichen Wildwochen. Lammspezialitäten kommen vom eigenen Bestand und werden mit Butz und Stingl, zu Neudeutsch „from nose to tail“, verarbeitet. Passion pur im Zeichen der viel diskutierten Herkunftskennzeichnung. „Das leben wir vom Fleisch bis zum Salat seit Jahrzehnten“, verfolgt auch die dritte Gastrogeneration der Rainers den Slow-Food-Gedanken. Unaufgeregt gut.

„Wenn etwas Tradition hat, dann kann man das auch, ohne es zu verändern, so ­stehen lassen.“ – Johann Rainer jun.

„Die Liebe zur Gastronomie haben wir ganz klar unserer Oma, einer begnadeten Köchin, und unseren Eltern zu verdanken.“ Visionen hat das junge Trio noch so einige in der Schublade. Brechstange ist keine im Schrank. „Wir möchten ein steirisches Gasthaus bleiben. Für uns bedeutet das Vorwärtsgewandtheit, ohne alles umschmeißen zu wollen. Es gibt Dinge und Gerichte, die brauchen ohnedies keine Veränderung“, so Johann Rainer.
Seine Überzeugung: „Wenn etwas Tradition hat, kann man das auch unverändert so stehen lassen.“

Von Tina Veit-Fuchs 

Beitragsbilder: Martin Rainer (Quintett mit Quintessenz: Familie Rainer (v. l.) mit Schwiegertochter und ­Patissière Lisa, den Eltern Romana und Johann sowie den Söhnen Johann und Martin. )
In vierter Generation angelt sich Familie Krenn in einem ehemaligen Kino in der Südweststeiermark Karpfen und Gäste. Das ganze Jahr über.
Ein guter Fang - Der Karpfen

In St.Martin im Sulmtal zu Hause seit 1933 (Foto: Mautner/Wibmar)

In den meisten Haushalten hat er am Heiligen Abend seinen großen Auftritt: der Karpfen. Wer ihn nicht selbst zubereiten mag, kehrt in die Gaststube der Krenns ein. „Der 24. Dezember ist unser stärkster Tag“, lacht Karl Krenn, verantwortlich für den Servicebereich des Karpfenwirts und vierter Karl seines Familienbunds. Bruder und Koch Wolfgang Krenn schröpft im Vorbereitungsraum mit seinem Team Karpfen. 70 Stück stehen heute auf der fischigen Agenda, parallel dazu werden Gansl und Enten zerlegt. Auch wenn es Herbst und Winter hier in der Südweststeiermark gastronomisch in sich haben, der Karpfenwirt hat seinen Namen nicht von ungefähr.

5.000 Fische pro Jahr gehen in St. Martin im Sulmtal im Lokal und Ab-Hof-Verkauf über die Theke, 85 Prozent davon stammen aus den eigenen Teichen, die mit biodiversem Gedankengut und Futtergerste von den eigenen Äckern bewirtschaftet werden. „Mein Vater hat mir alles beigebracht, was ich über Karpfen und das Fischen weiß“, erzählt Karl Krenn, der vor der Betriebsübernahme 2015 militärische Auslandseinsätze absolvierte. Die Teichanlage im Familienbesitz besteht seit 1934, die Digitalisierung macht aber auch vor Schuppen nicht halt. Kürzlich wurde wieder eine neue Wehranlage gebaut, in Kameraüberwachung und Computersteuerung investiert.

„Ein gut gehaltener und gefütterter Karpfen ist nicht fett. Das Fleisch ist zart, gleichzeitig kompakt und hat einen guten Biss“, Küchenchef Wolfgang Krenn

Vorteile hin oder her

Lange war der Karpfen als Speisefisch verschrien. Zu fett sei er, grundeln und letteln würde er. Viele Vorurteile, denen die Krenns mit nachhaltiger Bewirtschaftung, glasklarer Qualität und kurzen Transportwegen entgegentreten. Serbisch zubereitet bestellen die Karpfenwirt-Gäste den Fisch besonders gerne. 300 Sitzplätze und 60 weitere im Gastgarten erfordern seit Bestehen 1933 Einsatz über Generationen hinweg. Von den Sechzigern bis 1986 beheimatete die Gastwirtschaft sogar ein Kino. Mit Aufkommen des Farbfernsehens blieben die Besucher schlussendlich mehr und mehr aus. „Wir wohnen immer noch alle in diesem Haus. Klar, dass es da ab und an zu kleinen Konflikten kommt“, schmunzelt Karl.

Am Tag des Heiligen Abends ist die Gaststube von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Die Frage, was an diesem Tag gegessen wird, erübrigt sich logischerweise. „Den ersten Weihnachtsfeiertag begehen wir trotzdem traditionell im großen Familienbund. Da gibt es dann aber in der Regel keinen Fisch“, lacht der Hausherr. Ohnedies hat der Karpfenwirt von Mai bis Jänner stets Wild aus der eigenen Jagd und von der Koralm auf der Karte. Rindfleisch bezieht man aus Trahütten, Lamm aus Weiz, Gemüse aus Wundschuh. „Regionalität spielt uns an unserem etwas entlegenen Standort in die Hände. Klar, dass wir sie ausschöpfen.“

 

Tina Veit-Fuchs

Gebratener Karpfen

Zutaten:

2 Karpfenfilets (à ca. 400 g, mit Haut, küchenfertig, geschröpft)

4 EL Zitronensaft

800 g vorwiegend festkochende Erdäpfel

4 EL Mehl

2 EL Öl

1 EL Butter

100 ml Milch

Muskat

½ Bund Schnittlauch

Zubereitung:

Fischfilets kalt abspülen und trocken tupfen. Filets in je zwei gleich große Stücke teilen und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Erdäpfel schälen und in kochendem Salzwasser ca. 20 Minuten weich garen. Inzwischen Fisch auf der Hautseite mit Mehl bestäuben. Öl und Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Filets darin auf der Hautseite scharf anbraten, Hitze reduzieren und die Filets in 4 bis 5 Minuten langsam knusprig braten, dabei ständig mit dem Bratfett übergießen. Erdäpfel abgießen und kurz ausdämpfen lassen. Milch und restliche Butter zugeben und mit dem Kartoffelstampfer fein zerstampfen. Mit Salz und Muskat würzen. Anrichten.

 

Beitragsbild: Mauthner/Widmar

Da haben sich zwei Vielseitige gefunden: Der Eggersdorfer „Brennnesselbauer“ Franz Wuthe rückt eine heimische und heimliche Wunderpflanze in den Mittelpunkt, weil sie viel mehr Beachtung verdient.
Franz Wuthe Trockenstadl

Franz Wuthe und sein Brennnessel-Trockenstadl, den er sich zu seinem Römerhof in Eggersdorf dazu gebaut hat. | Foto: Taucher

„In meiner Kindheit war die Brennnessel immer schon ein Nahrungsmittel“, erzählt Franz Wuthe. Der Spinat, den die Mutter aus dem „Unkraut“ zubereitete, war eine Selbstverständlichkeit am Familientisch. Die Verwendung der üppig wachsenden Pflanze war aber nicht auf den kulinarischen Bereich beschränkt: Mit dem Aufguss der Blätter putzte man daheim auch die Fenster, und zwar sehr effektiv. Die Brennnesseljauche diente zur Schädlingsbekämpfung im Garten. Das alles wusste der Grazer als Kind noch nicht wirklich zu schätzen, der Ausschlag vom Ernten war dafür viel zu lästig. Aber als Wuthe Jahrzehnte später das alte Bauernhaus in Eggersdorf bei Graz gekauft hatte, stand mit Blick über das Grundstück ganz offensichtlich fest: „Jetzt bist du Besitzer einer Brennnesselplantage.“ Das war der erste Anstoß für sein ganz besonderes „landwirtschaftliches Forschungsprojekt“ – denn da musste doch was zu machen sein mit diesen Brennnesseln!

Klassische Marktlücke

Wuthe begann, sich intensiv mit dieser lange Zeit als Unkraut verpönten Pflanze zu beschäftigen, und schnell  wurde ihm klar, wie unglaublich zahlreich die Verwendungsmöglichkeiten sind. Marktnischen waren immer schon interessant für den erfolgreichen Unternehmer, also beschloss er kurzerhand, diesen riesigen Schatz zu heben und die besten Seiten dieses Wunderkrauts bekannt zu machen. Und davon gibt es tatsächlich unheimlich viele! Es beginnt damit, dass die Brennnessel nicht nur üppig wächst, wenn man sie lässt, es gibt auch bis zu vier Ernten im Jahr.

Kulinarische Vielfalt

Trockenstadl

Hier im Stadl hängen die gesundheitsfördernden Brennnesselpflanzen büschelweise kopfüber zum Trocknen. | Foto: Taucher

Mit einem befreundeten Koch und auch seinem Bruder Harry begann die kulinarische Experimentierphase, denn mehr als 200 gesammelte Rezepte mit der  Nessel wollten auch ausprobiert werden. Von Quiche über Suppen, Nudeln, Pizza bis hin zu Nudelfülle, Pesto und Gewürzmischungen reichen die spannenden Kreationen. „Man kann aus den Blättern Chips herstellen, sie in Rindsrouladen einrollen oder Käse damit einwickeln“, umreißt der findige „Nesselforscher“ die Anwendungsmöglichkeiten in der Küche. „Ich verwende im Frühling die zarten Blätter für den Salat, die größeren Blätter trockne ich für Tee und im Herbst nehme ich die Samen ab. Die streue ich über Salat oder auch auf mein Frühstücksei und verfeinere damit auch den eigenen Honig.“

Für viele ist der Umgang mit der „brennenden“  Pflanze gewöhnungsbedürftig, aber hier kennt der Fachmann einige Tricks, wie man ohne Ausschlag erntet und verarbeitet. Es gilt nämlich, die Brennhaare an der Blattunterseite zu brechen. Ernten mit Handschuhen ist durchaus sinnvoll, obwohl der Experte auch das mit einem geschickten Griff ohne Ausschlag schafft. Und für die Weiterverarbeitung gilt: „Wenn man die rohen Blätter mit einem Nudelwalker auswalkt, brechen die Brennhaare an der Unterseite der Blätter“, erklärt Wuthe, „dann kann man sie für jeden Salat verwenden“. Die ganz jungen, zarten Blätter sind auch ohne diese Behandlung im Salat „ungefährlich“.

Starker Stoff aus Brennnessel

Anzug aus Brennnessel

Anzug aus Brennnesselstoff | Foto: KLIPP/Zaunschirm

Die Recherchen und Entdeckungen, einmal losgetreten, weiteten sich in der Folge rasch aus und eins ergab das andere. So hörte sich Wuthe bald um, wo man  heutzutage Brennnesseltextilien beziehen könne. Vor allem bis ins 18. Jahrhundert war die Herstellung eines Garns, aus dem ein Stoff für Kleidung gewebt werden konnte, noch üblich. So fand er heraus, dass ein Hamburger Maßschneider diesen speziellen Stoff verarbeiten kann und auch bereit ist, einen Anzug aus  Brennnesselstoff anzufertigen. Wo aber wird ein solcher hergestellt?

„Ich habe herausgefunden, dass in Nepal Brennnesselstoffe hergestellt werden. Dort werden die Pflanzen bis zu drei Meter hoch“, erzählt Wuthe von seiner quasi weltweiten Suche rund um die Nessel. Die hohen Pflanzen ergeben dann die extralangen Bastfasern, mit denen man das robuste Garn herstellen kann. Man mag sich so einen Nesselstoff vielleicht kratzig vorstellen – tatsächlich fühlt sich das Gewebe stark und glatt an, keine Spur von rau, und es sieht aus wie ein sehr grob gewebter Leinenstoff.

Brennnessel-Marsch-Anekdote

Die Reise nach Hamburg für die Fertigstellung des Nessel-Maßanzugs ergab ein weiteres Puzzlestück zum Thema. Als Freund der klassischen Musik und Mitglied der Österreichischen Richard-Wagner-Gesellschaft hatte sich Wuthe in Hamburg auch mit dem jungen Shootingstar Patrick Hahn verabredet, der zu  dieser Zeit dort am Opernhaus tätig war, um ihn für einen Liederabend in Graz zu engagieren. Der geniale und genauso unkomplizierte Musiker, außerdem gebürtiger Eggersdorfer, fand offenbar Gefallen an der Brennnessel-Leidenschaft und Wuthes Idee, einen Brennnessel-Marsch zu komponieren.

Der umtriebige Musiker Patrick Hahn war auch für diesen außergewöhnlichen Auftrag zu begeistern. So kam der „Brennnesselbauer“ nicht nur mit einem Maßanzug aus der Wunderpflanze von Hamburg retour, sondern hatte auch das Engagement Patrick Hahns in der Tasche UND die Aussicht auf einen eigens komponierten Marsch zu Ehren der Supernessel. Zwei Jahre später wurde der Marsch übrigens tatsächlich in Eggersdorf vom hiesigen Musikverein uraufgeführt – und niemand Geringerer als Patrick Hahn selbst griff bei diesem Anlass zum Dirigentenstab. Der Initialzünder dieses Events, Franz Wuthe, applaudierte begeistert und selbstverständlich stilecht im Hamburger Brennnesselanzug …

Noch viel mehr Ernten

Franz Wuthe

Die Brennnessel ist eins der „landwirtschaftlichen“ Forschungsprojekte” von Franz Wuthe. Auch Lavendel und neuerdings Knoblauch beschäftigen den immerzu neugierigen Geist. Sein eigener Römerhof-Honig wurde bereits mit Gold ausgezeichnet. | Foto: Alfred Ninaus

An einer Brennnesselfarm und einer dazugehörigen professionellen Vermarktung ist Wuthe nicht gelegen. „Die wilde Brennnessel ist für alle Zwecke das Beste!“  Wichtiger ist ihm sein „Versuchslabor“ sowie seine Erfahrungen und sein Wissen weiterzugeben; an alle Menschen, die den großen Wert dieser Pflanze schätzen und die zahlreichen Möglichkeiten selbst ausprobieren und nützen wollen. Für die Verbreitung der Brennnessel-Leidenschaft war bereits ein Filmteam rund um Regisseur Alfred Ninaus auf dem Römerhof in Eggersdorf. Der Streifen wird in „Heimatleuchten“ auf Servus TV zu sehen sein. Außerdem plant Wuthe, ein Buch über die Vielfalt der Brennnessel zu gestalten – mit unzähligen Tipps und Tricks rund um das unglaublich wertvolle „Unkraut“ und vielen Rezepten für die wilde und brennende Gaumenfreude.

Die vielseitige Brennnessel

Die Brennnessel ist protein-, vitamin- und mineralstoffreich, die ganze Pflanze ist von der Wurzel bis zur Blüte nützlich.

Essen und Trinken: Blätter, Blüten und Samen können als Spinat gekocht werden, die jungen Blätter als Salat genossen. Die Verwendung in der Küche reicht von Brot über Pizza und Pesto bis hin zur Suppe. Als Brennnesselschnaps und -sirup ist die Pflanze ebenfalls genießbar. Aus den Samen kann wertvolles Öl gewonnen werden.

Heilmittel: Frische oder getrocknete Blätter finden als Heilmittel Anwendung durch die harntreibende und blutreinigende Wirkung.

Kosmetik: Die Wurzel wird in der Kosmetik als Shampoozusatz, in Haarwasser oder Haarwuchsmitteln verwendet, da sie die Durchblutung der Kopfhaut anregt.

Haushalt und Garten: Fensterputzen mit dem Aufguss, Düngen und Schädlingsbekämpfung mit Brennnesseljauche und -sud. Die Pflanze eignet sich auch zum Färben (z. B. von Ostereiern).

Textilien: Aus den Bastfasern der Brennnessel wurden vor allem bis ins 18. Jahrhundert Garne, Stoffe, Netze und Stricke hergestellt.

Tierfutter: Das angetrocknete Kraut eignet sich auch als Futter für Schweine, Rinder, Schafe, Geflügel (v. a. Kükenzucht) und auch für die  Weinbergschneckenzucht. Der Samen ist ein gesunder, stärkender Futterzusatz für Pferde.

Forschung rund um Brennnessel

Foto: Alfred Ninaus

CLAUDIA TAUCHER

Wer in der Steiermark etwas mit Türkentommerl anfangen kann, sollte in St. Michael einkehren. Dort werden Sie auf Ilse treffen. Ilse kann nicht nur kochen.
Ilse Blachfellner-Mohri

Das Ofenbratl gibt es immer
dienstags und sonntags. | Foto: Freilichtmomente

Wäre alles normal und könnten wir, wie wir wollten, bzw. das tun, wovon wir momentan in Pandemiezeiten träumen, dann würden wir am Dorfplatz in St. Michael bereits Ilse Blachfellner-Mohris saftiges Ofenbratl riechen, das stets von warmem Krautsalat und Knödel begleitet wird und – Heissa! – im Gasthof Eberhard Platz nehmen. Doch Gastro-Lockdown bleibt Gastro-Lockdown. Zumindest war dies zu Redaktionsschluss noch gelebte Realität. Ilse lässt sich von so etwas aber so gar nicht die Laune verderben. Ilse wirkt ohnedies standhaft und sympathisch unbeirrbar.

Gasthof Eberhard

Der Gasthof Eberhard in St. Michael ist erstmals 1505 urkundlich erwähnt. Neben traditionsreicher Gastlichkeit bietet Ilse Blachfellner-Mohri auch zwölf Zimmer an. | Foto: Freilichtmomente

Erstmals 1505 erwähnt, diente das einstige Steinhaus am Dorfplatz von St. Michael zunächst als Labestation für Reisende. 1885 übernehmen erstmals Eberhards dieses Haus, die daraus eine Fleischerei und eine Gastwirtschaft machten. Heute rockt Blachfellner-Mohri in vierter Generation Haus und Herd des Gasthofs Eberhard. „Ich bin hier in der Küche des Wirtshauses aufgewachsen. Mit sechs Jahren kochte ich schon Türkentommerl mit Zwetschken für ausgewählte Stammgäste“, lacht die aufgeweckte Gastronomin. Eine offizielle Kochlehre hat sie nie absolviert. Gastfreundschaft liegt ihr im Blut.

 

Wow und wauwau

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Foto: Freilichtmomente

Jahrelang war sie gemeinsam mit ihrem Mann Robert in der Weltgeschichte unterwegs, lebte unter anderem in Florenz, Paris und in der Schweiz. „Seit jeher liebe ich es, Gäste zu bewirten. Unbewusst habe ich mit unzähligen privaten Einladungen quasi das Wirtshausleben in den eigenen vier Wänden inszeniert. Bis mein Mann meinte, wenn ich schon so gerne Wirtin spiele, dann könnten wir auch gleich zurück in die Steiermark gehen und den Gasthof übernehmen“, erzählt die dreifache Mutter. Gesagt, getan. Zurück in der Obersteiermark, frischte Blachfellner-Mohri den Traditionsgasthof erst mal auf. Zwölf kreativ gestaltete immer sind mittlerweile Teil des Betriebskonzepts. „Wir haben vieles recycelt, 200 Jahre alte Betten restauriert und spannende Farbkonzepte gewählt“, erzählt die 50-jährige Wirtin. Neben genussaffinen Wanderern und Radausflüglern will sie künftig auch vermehrt Hundefans in den Bezirk Leoben locken. Linus wird das besonders freuen. Der Vierbeiner ergänzt seit dem ersten Lockdown das Familienleben und ist Ilses liebster Freizeitbegleiter.

Frühstückstisch

Betörender Frühstückstisch im Gasthaus Eberhard – nicht nur Zimmergästen vorbehalten! | Foto: Freilichtmomente

Den Wert der Gastlichkeit unterstreicht die passionierte Köchin mit einer kulinarischen Ausrichtung, die zu einem Traditionshaus wie ihrem gehört: Kalbsrahmgulasch, Blunzen, Sterz, Holstein-Schnitzel, Bauernente im Ganzen oder ihrer eigenen Leibspeise – faschierten Laberln mit Erdäpfelpüree und Paradeisersauce. Wer im Eberhard Platz nimmt, genießt Zutaten von regionalen Produzenten, deren Bestrebungen die Hausherrin als Gründerin der Vereinigung „GenussReich“ auch tatkräftig  unterstützt. „Wir versuchen, alle Zutaten aus der Region zu beziehen. Die Idylle, in der wir leben, ist einzigartig. Unser Selbstwert darf aber ruhig noch wachsen. Im Bedürfnis, miteinander etwas zu tun, kann hier auch touristisch noch viel entstehen“, ist Ilse überzeugt.

 

Neues Bewusstsein

Onkel Dagobert

Wildgeflügelrillette und andere eingerexte Köstlichkeiten sind in Ilses neuem Onlineshop
erhältlich. | Foto: Freilichtmomente

Die Zeit der Lockdowns hat die Hundefreundin fürs Einrexen und den Straßenverkauf genützt. Ein neuer Onlineshop entstand, in dem Delikatessen im Glas wie  etwa „Onkel Dagobert“ (Wildgeflügelrillette), Burgunderfleisch, Kokos-Hendl oder Fischpastete (siehe Rezept) zu finden sind. Außerdem hat die Gastronomin gemeinsam mit ihrem Mann die „KinderGärtnerei“, einen biologischen Lehrgarten auf 5.000 Quadratmetern, installiert. Das Projekt mit Beeren-, Gemüse- und Kräutergarten, Streuobstwiese sowie Hühnern und Schafen soll Klein und Groß Wissen zur biologischen Kreislaufwirtschaft im Garten vermitteln. „Jetzt müssen wir Gastronomen aufzeigen und seitens der Gäste das Bewusstsein schärfen, dass nicht nur gute Produkte, sondern auch unsere Dienstleistung etwas kostet. Nützen wir die Chance, viele Dinge neu bewerten zu können“, appelliert Blachfellner-Mohri.

Grobe Fischpastete

1 Zwiebel, geschält, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
400 g Fischreste, grob faschiert
2 EL Olivenöl
2 Eier
1 alte Semmel, in Würfel geschnitten
1 Schuss Noilly Prat
etwas Zitrone
Petersilie und Dille, fein gehackt
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebel kurz anrösten. Alle Zutaten gut vermischen mit Salz und Pfeffer, Noilly Prat und Zitrone abschmecken, in ausgewaschene Gläser füllen, mit dem Löffel nachdrücken und glatt streichen. Mit einem in heißem Wasser sterilisierten Deckel verschließen und im Wasserbad im Rohr bei 120 Grad für 40 Minuten braten. Die Gläser sind kühl gelagert mindestens drei Monate haltbar.Tipp: Diese Restlverwertung eignet sich auch hervorragend als Mitbringsel in der Fastenzeit und schmeckt wunderbar mit einem Salat aus fein geschnittenem Fenchel. Guten Appetit!

 

TINA VEIT-FUCHS

In einer Pandemie ist alles Käse? Zugegeben, manches stinkt wirklich zum Himmel. In diesen steirischen Käsemanufakturen riecht es immer. Milch sei Dank.
Hexenkas

Spezialität am Milchhof Krenn: aus Frischmilch entsteht nach uraltem Rezept ohne Zugabe von Lab der würzige, mit Hexenklee verfeinerte Kronixberger Hexenkas. | Foto:Milchhof Krenn

Am Milchhof Wurzinger in Fehring ist Milch noch „Müch“. Erst macht uns Ewald Wurzinger junior im Stall mit Greta bekannt, anschließend mit dem „kecken Steirermadl“ – Weißschimmelkäse verfeinert mit französischer Asche aus Buchenholz. Seit 1996 wird der Milchhof, der sich mit variantenreichen Käse- und Joghurtsorten im Vulkanland einen Namen gemacht hat, bewirtschaftet und beweist in Sachen Marketing ländlichen Innovationsgeist. Wurzinger setzt dabei auf grasende Kühe und Euteridylle: Unter dem Siegel „Kuh4you“ kann man sich unter den rund 60 Kühen – Greta ist eine davon – eine x-beliebige für einen  Unkostenbeitrag von 150 Euro mieten. Bis zu vier Mal im Jahr erhält man für diese Patenschaft Milch- und Käseprodukte seiner „eigenen“ Kuh.

Die Milch als Meterware sucht man hier vergeblich. Beim Besuch am Hof sollte man sich unbedingt das Familienrezept für die Bauernkäsesuppe erzählen lassen: Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Speck klein gewürfelt in Öl anschwitzen und mit Mehl abstauben. „Gewürzt mit Kümmel und durch die Zugabe von Käse und Rindssuppe entsteht ein ganz besonderer Seelenwärmer“, schwärmt der Hausherr.

Almenland-Stollenkäse

Seit Jahren ein Abräumer und Siegergarant bei internationalen World Cheese Awards: der Almenland-Stollenkäse. Die Laibe lagern 100 Meter tief im Berg eingebettet in jahrmillionenaltem Gestein bei konstanter Temperatur. Das Reifen ist hier ein absolut natürlicher Prozess. | Foto: Almenland-Stollenkäse/Bernhard Bergmann

Szenenwechsel in den Naturpark Almenland. Zwischen alten Bauernhäusern, grasgrünen Wiesen und sanften Hügeln tun sich weitere Labstellen für Käsetiger  auf. Seit 2009 ist die Sennerei von Christoph und Jasmin Leitner in Fladnitz an der Teichalm der bäuerliche Produzent der meisten Sorten des Arzberger Almenland-Stollenkäses. Die wichtigsten Mitarbeiterinnen sind auch hier Kühe. Die Käselaibe reifen eingebettet in jahrmillionenaltem Gestein bei konstanter Temperatur im Franz-Leopold-Stollen bei Passail. „Wir machen nicht viel mit unserem Käse, einfach der Natur ihren Lauf lassen und ihn lediglich mit Salzwasser waschen, wenden und ihm die Zeit geben zu reifen“, heißt es seitens der Almenland Stollenkäse GmbH.

Seit wenigen Monaten neu im Sortiment ist der Leutschacher Sauvignonkäse – ein aromatischer Hartkäse aus reiner Heumilch mit dem Leutschacher Ortsweincuvée Sauvignon blanc von 72 Betrieben affiniert und acht Monate gereift. Käse-Worldchampion Franz Möstl tüftelte im Hintergrund an der Rezeptur. Dafür wurde sogar das Barriquefass mit Wein im Arzberger Silberstollen gelagert. „Täglich wurden die Käselaibe mit dem Cuvée eingerieben, um ihnen eine helle und glänzende Farbe zu verleihen“, erklärt Möstl. Den Käse gibt es in allen Leutschacher Gastronomiebetrieben, in ausgewählten Buschenschenken in der Südsteiermark und im Almenland-Stollenkäse-Onlineshop.

In Pöllau schauen wir einen Sprung bei Margot Thanei vorbei, die alles Gute von der Ziege kredenzt. Alle zwölf Stunden wird frische Milch zu Topfen, Butter, Frisch- und Schnittkäse verarbeitet. Side-Fact: Für etwa 150 Gramm Frischkäse werden zwei Liter Ziegenmilch benötigt, in einem Laib Schnittkäse werden bis zu zehn Liter verarbeitet. Nicht alles ist immer verfügbar. Nicht aufgrund des Verknappungsprinzips. Es ist die Natur, die ihr eigenes Tempo fährt. Gut so.

Und beim Gedanken an Pöllauer Hirschbirnkletzen mit gebackenem Ziegenkäse und Honig besteht gleich mal Aquaplaning-Gefahr am Gaumen. Auch in Peter Roseggers Waldheimat nahe dem Hochwechsel kommen käseaffine Genusswanderer am Biohof Grogger seit 1995 auf ihre Kosten. Nicht gereifte Erzeugnisse von Frischkäse bis Kefirmilch werden hier in handwerklicher Tradition und mit altbewährter Rezeptur gefertigt.

The Cheese Artist

Bernhard Gruber Fromagerie

Bernhard Gruber ist selbst ernannter Cheese Artist. In Riegersburg steht seine Fromagerie, eine Käsekunst- und Affinage-Manufaktur mit feinem Sortiment. | Foto: Peter M.Mayr

Zurück ins Vulkanland. Hier werkt Bernhard Gruber in der Fromagerie zu Riegersburg. Als Produktentwickler und ausgebildeter Käsesommelier hat er nach internationalem Beispiel eine Käsekunst- und Affinage- Manufaktur errichtet, in der er sich ausschließlich mit der Reifung und Veredelung von Käse beschäftigt. Schafkäse mit kandierter Mango und Rose; Ziege mit Uhudlerbeeren; Vulkanland-Cheddar mit Buchenasche und Schabzigerklee; Ziegenkäse in Weinblatt; saisonaler Doppelschimmel mit Likör und Zotter-Schokolade; Boxhornkleebusen; Rohmilchkäse mit Gölles-Apfelbrand. Das ist nur ein kleiner Auszug des Sortiments, das auch Kreativbutter und ausgewählte Weine umfasst. „Ein Käse ist immer in Wandlung, lebt und verändert sich. Er hält so manche Überraschung bereit. Er ist heikel zu pflegen, kraftvoll und doch zart und mir in seiner Art wohl sehr ähnlich“, konserviert Gruber.

Trester und Wein

Franz Deutschmann

Bio-Rohmilch ist für Franz Deutschmann in Frauental seit Jahrzehnten die Grundlage für höchste Käsequalität. | Fotos: Käserei Deutschmann

Auch Franz Deutschmann mischt in den Gefilden des heimischen Käses seit Jahrzehnten mit. Von Anfang an wurde in der Bio Hofkäserei Deutschmann im Schilcherland ausschließlich Bio-Rohmilch im traditonellen Handwerk der Käserei gesetzt. „Nachhaltigkeit“ und „Bio“ waren am Beginn für viele kein Thema, doch Deutschmann ließ sich nicht beirren. Bei den Produkten „Bio-Fasslkäs“, „Bio-Camembert“ oder „Bio-Brie“ leistete er österreichweit Pionierarbeit in der Bio-Rohmilchkäserei sowie bei den Schilcherland-Spezialitäten. Es liegt auf der Hand, dass die frisch verarbeitete Bio-Kuhmilch von Deutschmanns eigenen Tieren stammt.

Je höher deren Milchfettanteil ist, desto feiner der Geschmack und desto zartschmelzender der Käse. Eine Wucht: der Bio-Wildbacher – ein blauer Edelschimmelkäse in Bio-Strohwein aus der regionstypischen Wildbacher Traube getränkt. Dort, wo Schilcher gekeltert und Lipizzaner geritten werden, ist auch die Hofmolkerei Tax angesiedelt. Am Hof von Rupert Tax leben Milchschafe der Rasse Ostfriesisches Milchschaf, die von Jänner bis Oktober gemolken werden. Das Angebot richtet sich nach der Laktation der Schafe – es ist also nicht immer verfügbar. Tax’ jüngster Coup: In Zusammenarbeit mit dem  südsteirischen Koch Lorenz Kumpusch („Gaumengut“) hat man einen steirischen Trüffelkäse kreiert. Der „Auegger“ – Schafkäse aus 100 Prozent Schafmilch – mit steirischem Burgundertrüffel besticht durch seine buttrige Note.

Beitragsbild: Katharina Stögmüller

TINA VEIT-FUCHS

Best of Käse Adressen

Milchhof Wurzinger, Fehring
milchhof-wurzinger.at

Aichstern, Rohrbach
aichstern.at

Milchhof Krenn, Feldbach
krennmilch.at

MAGO, Hollenegg
handwerkskaeserei-mago.at

Fischer Käse, Neurath
fischer-kaese.at

Weizer Schafbauern, Obergreith
almenland.at

Thanei, Pöllau bei Hartberg
biokaeserei-thanei.at

Milchhof Schautzer, Gamlitz
sernauberg.at

Milchmädchen, St. Anna am Aigen
facebook.com/goaskas

Kroggerٰs, Mönichwald
hochwechsel.at

Schlurtbauer, Perchau am Sattel
bioregionmurau.at

Nussbaumer, Graz
delikatessen-nussbaumer.at

Kasalm, Graz
kasalm.at

Das Schlaraffenland befindet sich direkt vor unserer Tür: Wie genussreich und vielfältig unser Teller durch die heimische Landwirtschaft gedeckt ist, zeigen die Bauernläden unseres Landes.
Das Hofladen-Universum. Foto: Thomas Heidemann Jun.

Vom frisch gebackenen Striezel über fruchtigen Cider, Joghurt, Bauerntopfen bis hin zu den eigenen Freilandeiern bietet Brigitte Heidemann eine große Bandbreite an regionalen Köstlichkeiten von insgesamt fast 30 Produzenten im Hofladen an. Foto: Thomas Heidemann Jun.

Ab-Hof-Verkauf und Hofläden existieren, seit es Bauernhöfe gibt. Die Wertschätzung für Lebensmittel direkt vom Produzenten steigt aber umso mehr, je  undurchsichtiger die Nahrungsmittelindustrie wird, der wir täglich in Supermärkten begegnen. Bäuerin und Bauer erzählen im Hofladen bereitwillig, wie das Geselchte zum Leckerbissen geworden ist, wie die besondere Kruste beim Bauernbrot entsteht und was die Hühner zum Abendessen bekommen. In der Homeoffice- und Lockdown-Zeit erfuhren die meisten bäuerlichen Nahversorger regen Zulauf – so lernte auch die VIA-Redakteurin das Hofladen-Universum vor ihrer Haustür noch besser kennen.

„Griaß di!“

Ein Einkauf beim Hofladen ist so gut wie nie anonym und immer werden auch ein paar nette Worte gewechselt. Großartig auch, dass Neugierige und/oder Gesundheitsbewusste immer erfahren, was hinter der ausgesuchten Köstlichkeit steht, das Zauberwort Transparenz wird überall gelebt. Bei der Hinfahrt zur Familie Karner-Friedrich in der Gemeinde Eggersdorf sieht man schon deren Angusrinder – und die Mohnblumen im Getreidefeld leuchten.

Im Hofladen gibt’s die Erklärung für die Blumen: „Wir haben auf bio umgestellt!“ Gerlinde und Manfred Karner-Friedrich sehen den Kreislauf, in dem sie leben und produzieren, sehr bewusst: „Es bringt weniger Ertrag, aber wir wollen es nicht mehr anders“, bekräftigt die Bäuerin. Die 150 Schweine am Hof haben so viel Platz wie 600 in  konventioneller Haltung und 2019 wurde der Hof als „Musterbeispiel für besonders tierfreundliches Bauen im ländlichen Raum“ von der Tierschutzombudsstelle Steiermark ausgezeichnet. Motto: „Wer Natur und Tiere mag, behandelt sie mit Respekt.“

„Wir bieten im Hofladen nur Produkte an, die wir selbst mögen. Es muss uns schmecken!“ Brigitte Heidemann, Niederschöckl

Der Zusammenschluss mit fünf Höfen zum „s’Hofradl“ bringt die Vielfalt in den Hofladen, Herzstück ist aber die Vitrine mit Fleisch- und Wurstwaren, die ebenso unkonventionell hergestellt werden. Statt Pökelsalz werden Bio-Kräuter und braunes Steinsalz verwendet. Karner-Friedrich: „Ich habe noch ein uraltes Rezeptbuch, wie das früher gemacht wurde, dieses Wissen sollte nicht verloren gehen.“ Leberknödel, Beuschel- und Klachelsuppen, Aufstriche und auch Mehlspeisen bereitet die Bäuerin selbst zu, und wenn der eigene Haus- oder Obstgarten übergeht, wird die Auswahl im Laden noch größer. Besonderes wie zum Beispiel das Waldstaudenroggenbrot (Urdinkel!) oder die Waldstaudenroggennudeln sind spannend für alle, die Neues ausprobieren wollen.

Ab in den Hühnerstall

Das Hofladen-Universum. Foto: Karner-Friedrich

Eigene Fleischwaren und -Erzeugnisse von Bio-Schweinen und Bio-Angusrindern gibt es neben Nudeln, Säften, Gemüse und Obst nach Saison u. a. im Hofladen Karner-Friedrich. Foto: Karner-Friedrich

Der Hof der Familie Heidemann mitten in Niederschöckl in der Gemeinde Weinitzen wurde in der Coronazeit regelrecht gestürmt: „Manche haben sich gefürchtet vor dem Supermarkt“, erzählt Brigitte Heidemann. Der Hof war einst einer der ersten Lieferanten für Toni’s – und Freilandeier blieben auch das Kerngeschäft. „Geht’s den Tieren gut, geht’s auch uns gut“, steht über allem. Bei der spontanen Hofführung wird deutlich, dass auch hier Natur statt Chemie auf dem Plan steht. Die Legehennen kommen aufgeweckt und neugierig dahergerannt (insgesamt 5.500 sind am Hof), sie dürfen in der Wiese kratzen und sich in den Schatten von Bäumen und Büschen verziehen, die Koppeln werden monatlich gewechselt.

Zurück zum Hofladen: Die große Produktvielfalt von fast 30  Produzenten – Rohmilch aus dem Automaten, Milchprodukte, Speck, Hühnerfleisch, Gewürze, Nudeln, Frizzante, Kernöl u. v. m., dazu ein Mal wöchentlich mit „Bauernmarkt-Charakter“ ein Gemüsestand, ein „Genussbus“ von Jaga’s Steirerei, frisches Brot und Striezel … all das macht den Hof mittlerweile zum Kundenmagnet. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass von allem noch mehr sein könnte“, erzählt Thomas Heidemann, aber man gibt sich abwartend optimistisch: „Jetzt schauen wir einmal, ob der Hype anhält.“ Spannend sei, dass man auch mal Neues ausprobieren könne. Fürs Sortiment gilt generell, so Brigitte Heidemann: „Wir bieten im Hofladen nur Produkte an, die wir selbst mögen!“

Persönlicher Kontakt

Szenenwechsel zurück in die Gemeinde Eggersdorf, wo seit 1995 die Familie Reiß den Bauernheurigen mit dazugehörigem Hofladen betreibt. Der Heurige ist das lebendige Zentrum des landwirtschaftlichen Betriebes, um den sich alles dreht. Auf der Speisekarte finden sich auch Spezialitäten und Raritäten, die sich aus der Philosophie des Vater-Sohn-Gespanns Siegbert und Siegmar Reiß ergeben: Nose-to-Tail – bedeutet, dass das ganze Tier, in diesem Fall das südoststeirische Woazschwein, genützt wird. Deshalb finden sich im Hofladen neben Sirup, Nektar und Kernöl auch Breinwurst, Selchwürste, Speck … und aus all den Jausen-Köstlichkeiten werden auch gerne Platten fixfertig zubereitet.

„Diese Nose-to-Tail-Philosophie kann man aber nur leben, wenn man akzeptiert, dass nicht immer alles da ist“, erklärt Siegmar Reiß und hält fest, dass er das dem Kunden am liebsten im persönlichen Kontakt erklärt – was im Heurigen und Hofladen möglich ist. Fleischer und Wirt, dann gibt’s noch den Bäcker: Vater Siegbert Reiß hat sich dermaßen in die Kunst des Brotbackens vertieft, dass die gewonnenen Medaillen so viel wiegen wie 15 Laibe knuspriges Reiß-Brot. „Die Kunden schätzen die hohe Qualität“, freut sich Siegmar Reiß, „zu uns kommen nicht wenige, die sonst vegetarisch leben, und nur bei uns Fleisch essen“.

„Wir spielen virtueller Bauernladen“

Das Hofladen-Universum. Foto: Land schafft Leben

Obmann und Gründer von Land schafft Leben:
Bio-Bergbauer Hannes Royer aus Schladming. Das Hofladen-Universum. Foto: Land schafft Leben

Der Verein Land schafft Leben stellt den Wert heimischer Lebensmittel in den Fokus.

Das Bewusstsein für den Wert heimischer Lebensmittel zu heben, ist das erklärte Ziel des Vereins Land schafft Leben (LSL). Bio-Bergbauer Hannes Royer aus Schladming will als Gründer von LSL die Menschen und Geschichten hinter den wertvollen Produkten ans Tageslicht bringen – auch für Supermarktkunden.

Wie relevant sind Bauernläden für die Verbreitung der LSL-Botschaft?

Als Symbol und gelebtes Bekenntnis zur Regionalität sind Bauernläden unschätzbare Botschafter dafür, wofür die Land-schafft-Leben-Bewegung steht und unser  Herz schlägt. Insofern tragen sie unsere Idee vielleicht weniger in die Masse, dafür aber umso nachhaltiger in die Köpfe und, wenn man so will, Mägen ihrer jeweiligen Kundschaft.

Was leistet ein Bauernladen, was ein Supermarkt nicht kann?

Ganz klar, die über das Lebensmittel mitgelieferte Geschichte hinter den Produkten. Und damit einen viel unmittelbareren Bezug zur ganzen Welt der  Lebensmittel und zum Lebensraum, in dem sie produziert worden sind. Das alles kann in der anonymen Massenware naturgemäß nicht mitkommuniziert werden. Wir von Land schafft Leben sehen es als unsere Aufgabe, genau diese Zusammenhänge und Geschichten auch den Supermarktkunden, die natürlich die ganz große Masse ausmachen, wieder zu vermitteln. Wir spielen also sozusagen virtueller Bauernladen.

Führen Sie selbst einen Bauernladen?

Jein. Im Zuge der Schi-WM 2013 habe ich so etwas wie einen regionalen Warenkorb zusammengestellt, der dann in einem dauerhaften Verkaufsort in Schladming und der Gründung der Marke „Heimatgold“ gemündet ist, wo meine Mitarbeiter regionale, hochwertig verarbeitete Schmankerl im ansprechenden  Ambiente anbieten. Inzwischen gibt es mit Zell am See und St. Wolfgang zwei weitere „Heimatgold“- Standorte, die demselben Grundgedanken verpflichtet sind.
landschafftleben.at

CLAUDIA RIEF-TAUCHER

Kontakte

Hofladen Karner-Friedrich s’Hofradl
Greithgrabenstraße 32
8063 Eggersdorf
Tel.: +43 3132/34 50
E-Mail: hofladenkarner@aon.at
Öffnungszeiten: Do.: 15–18 Uhr; Fr.: 10–18 Uhr und nach tel. Vereinbarung
hofradl.at/karner-friedrich

Hofladen Heidemann
Niederschöcklstraße 29
8044 Weinitzen
Tel.: + 43 664/50 13 288
E-Mail: office@heidemann.at
Öffnungszeiten: Mo., Di., Do., Fr.: 8–18 Uhr; Sa.: 8–14 Uhr
heidemann.at

Bauernheuriger Reiß mit Hofladen
Volkersdorferstraße 87
8063 Eggersdorf
Tel.: +43 3117/20 80
E-Mail: office@reiss-heuriger.at
Öffnungszeiten: Do., Fr.: 16–22 Uhr; Sa., So.: 11–22 Uhr
reiss-heuriger.at

bauernladen.at Österreichweiter Online-Bauernladen

Land schafft Leben
Erzherzog-Johann-Straße 248b
8970 Schladming
Tel.: +43 3687/24 008
E-Mail: post@landschafftleben.at
landschafftleben.at

Die Corona-do-it-yourself-Welle macht auch vor Tofu nicht halt. Am Biohof Chuang wird der Sojakäse allerdings schon seit Jahrzehnten in Bioqualität hergestellt.
Fad ist anders. Fotos: Dieter Brasch

Taiwanesin Chuan Shu-Chen stellt im Südburgenland seit vielen Jahrzehnten Bio-Tofu und in Essig eingelegte Taglilien her. Foto: Dieter Brasch

Im Zuge eines Wellnessaufenthalts in Bad Tatzmannsdorf habe ich ihn das erste Mal bewusst gekostet – Tofu aus Österreich. Veredelt in Form von süßen Tofu-Busserln wurde mir der Käse aus der Milch der Sojabohne zum Espresso serviert. Mit Käse fängt man Mäuse und in diesem Fall auch die Redakteurin. Ich wollte mehr über Tofu abseits gepresster Laberl und geschmacklicher Langeweile erfahren.

Fad ist anders. Foto: Dieter Brasch

Foto: Dieter Brasch

In Rotenturm nahe Oberwart bin ich fündig geworden. Hier hat sich die  Taiwanesin Chuan Shu-Chen als Sojabäuerin der Produktion von Bio-Tofu verschrieben. Es war die Sehnsucht nach Ruhe, die sie von der Großstadt Taiwan in die Wahlheimat ihrer Schwester spülte. Doch auch die Sehnsucht nach der Heimat blieb auf der Zunge kleben. So fing Chuan Shu-Chen erst mal an, in Rotenturm an der Pinka Taglilien zu züchten und sie in Essig einzulegen. Eine Delikatesse in Taiwan und im traditionellen Geschmackskosmos von Herrn und Frau Österreicher mit einem Essiggurkerl zu vergleichen.

Aktuell schmücken die üppigen Taglilien ja viele heimische Gärten – essen tun sie aber wohl die wenigsten ihrer Besitzer. „Am besten schmecken die Blüten, wenn sie noch nicht aufgeblüht sind“, erklärt die Biobäuerin. Tipp: Gefüllt mit süßlichem Sojajoghurt begeistern selbst aufgeblühte Taglilien. Aber zurück zum Tofu: Bei einem Spaziergang im Nachbarsdorf entdeckte Chuan Shu-Chen, die eigentlich gelernte Kosmetikerin ist, ein Feld voll Sojabohnen und machte sich daran, sämtliches Knowhow über die Herstellung von Tofu zu inhalieren. Das war vor  nunmehr zwei Jahrzehnten. Mittlerweile zählt ihr Tofu zu den besten des Landes – mitunter auch, weil er so naturbelassen daherkommt und mit herkömmlichen Namensvettern eben bloß den Namen gemein hat.

„Irgendwann hat jemand gesagt, das ist ein typisch burgenländischer Geschmack.“ Chuan shu-Chen

Ansässige Bauern, die Soja einst nur als Futterquelle für ihr Vieh kannten, haben mit den Jahren die Skepsis gegenüber der Taiwanesin und ihrer Leidenschaft für Bio-Tofu abgelegt. „Sie essen ihn sogar“, lacht die Frohnatur.

Exotisch regional

Fad ist anders. Foto: Dieter Brasch

Foto: Dieter Brasch

Mit einer Sojabohnenmühle aus Taiwan und ihren zwei Händen produziert Chuan Shu-Chen zehn bis zwanzig Kilogramm pro Woche. Den Rohstoff bezieht sie nach wie vor aus ihrem Nachbarsdorf.

Tofu ist alles andere als ein schneller Zeitgenosse. „Langsamkeit ist oberstes Gebot“, mahnt die Expertin. In der Abgeschiedenheit des Südburgenlands muss man sich dazu nicht zwingen. Die Sojabohnen werden also zehn Stunden lang über Nacht in Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag werden sie abgegossen, gemahlen und anschließend langsam gekocht. „Mindestens drei bis vier Stunden, sonst klebt alles.“

Der Schaum, der sich oben bildet, wird stetig abgeschöpft. Sind die Sojabohnen weich, werden Wasser und ein spezielles Salz hinzugefügt. Dann wird gerührt, bis die Masse topfig wird. Ist Chuan ShuChen mit der Konsistenz zufrieden, wird ein Drittel der Flüssigkeit wieder abgeschöpft, in eine Form mit Baumwolltüchern gegossen und beschwert. Frischer Tofu erinnert sehr an das, was uns Österreichern als Topfen bekannt ist. Ja, man könnte damit Golatschen backen.

Fad ist anders. Foto: Dieter Brasch

Foto: Dieter Brasch

Geschmack einer Region

„To“ steht allerdings nicht für Topfen, sondern benennt im Japanischen die Bohne; während „fu“ die Gerinnung adressiert. Chuan Shu-Chen räuchert Tofu und bietet ihn zudem eingelegt in einer speziellen Kräutermischung an. An dieser habe sie jahrelang getüftelt, bis sie geschmacklich ihren Vorstellungen entsprach.„Irgendwann hat jemand gesagt, das ist ein typisch burgenländischer Geschmack.“ Ein großes Kompliment für ein exotisches Abbild im regionalen Gefilde Österreichs.

TINA VEIT-FUCHS

Info
Shu-Chen Sojahaus
Meierhof 11
7501 Rotenturm an der Pinka
tel: +43 699 190 101 39

Es muss nicht immer die Ferne sein, denn das Gute liegt … eh schon wissen! Noch nicht überzeugt? Keine Sorge: VIA verrät, wie der perfekte Sommer in der  Steiermark funktioniert.

Dieses Jahr ist alles anders. Unser aller Leben wurde mehr oder weniger auf den Kopf gestellt. Oft will es nun neu geordnet werden, braucht frische Perspektiven.  Und wo holt man sich diese besser als bei einer sommerlichen Auszeit, fernab vom Alltag?

In diesem Jahr stehen heimische Urlaubsziele hoch im Kurs wie noch nie. Mittendrin (oder besser gesagt allen voran!) das grüne Herz Österreichs – die Steiermark. Durch und durch gespickt mit geheimen Schätzen, die es zu entdecken gilt. Voller einzigartiger Naturjuwelen, die uns staunen lassen. Aber auch mit einer gehörigen Portion an hippem Stadtleben und gepflegtem Kulturangebot von traditionell bis modern. Nicht zu vergessen die himmlische Kulinarik! Ein Mix, der die Steiermark als Urlaubsziel unwiderstehlich macht.

Graz kann’s einfach

Dieser Sommer wird die Höhe. Foto: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer

Erst eine Shopping- und Kultur-Tour in der Grazer Altstadt und dann ein lauer Sommerabend mit Gastgarten-Hopping: So lässt sich’s leben! Foto: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer

Bereit für eine Tour durch die sommerliche Steiermark? Dann starten wir am besten gleich in ihrer charmanten Metropole. Wer Graz kennt, weiß: Eine weite Reise in südliche Gefilde braucht es gar nicht. Von der ursprünglichen Altstadt ausgehend vibriert nämlich ganz Graz in südlichem Flair. Ein Lebensgefühl, dem man sich nur schwer entzieht! Nicht umsonst trägt Graz unter anderem den Titel GenussHauptstadt.

So kann es leicht passieren, dass man an einem lauen Sommer von einem Gastgarten zum anderen zieht, sich spritzig-kühle Drinks und regionale Leckerbissen  schmecken lässt und dabei ganz die Zeit vergisst. Angefangen am Schloßberg (Tipp: im Strandkorb im Starcke Haus mit Mega-Aussicht!), weiter ins trendige Lendviertel, dann man den italienisch anmutenden Franziskanerplatz und zum Schluss vielleicht noch ein Abstecher zu Glockenspiel- und Mehlplatz … und ehe man sich’s versieht, ist die Sperrstunde da. Ja, so schnell kann es hier gehen. Dass das meiste in Graz – darunter auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten – dabei ganz bequem per pedes erreichbar ist, spielt einem dabei natürlich in die Hände.

Dieser Somer wird die Höhe.Foto: TV St. Ruprecht a.d. Raab/Die Mosbacher´s

Rezept für einen gelungenen Sommertag: ein Picknick im Grünen, mit edlen steirischen Tropfen und regionalen Leckereien. Foto: TV St. Ruprecht a.d. Raab/Die Mosbacher´s

Auch Kultur serviert die Murmetropole das ganze Jahr über. Heuer situationsbedingt mit etwas weniger Events als gewohnt, dafür mit geballter Ladung an  Galerien und Museen, von der Alten Galerie über Kunsthaus, Haus der Wissenschaft, Landeszeughaus, Naturkunde- und Kindermuseum bis hin zum Science Center und Museum der Uni Graz.

Und selbstverständlich hat die City of Design auch Hotspots für Künstler und Kreative parat: Rund um Lendplatz und Mariahilferstraße etwa bietet das szenige Lendviertel ein Sammelsurium an Design-Shops und hipper Gastronomie. Ebenso lebt die Murvorstadt Gries immer mehr auf – im Grätzel bildet sich hier ein charmanter Schmelztiegel der Kulturen mit stets wachsendem Angebot an Lokalen sowie Klein- und Mittelbetrieben.

Übrigens: Auch Naturfreunde kommen in Graz nicht zu kurz. Inmitten und rund um die City warten zahlreiche grüne Oasen – von Stadtpark über Burggarten, Augarten mit Murufer, Hilmteich, Botanischer Garten bis hin zu Schloss Eggenberg. Perfekt für einen entspannten Sommernachmittag auf der Decke mit Buch und Picknickkorb, prall gefüllt mit urigen Schmankerln der zahlreichen Grazer Bauernmärkte, etwa am Kaiser-Josef- oder Lendplatz. Wer seinen Korb nicht selber packen möchte, lässt ihn ganz einfach von Graz Tourismus mit regionalen Köstlichkeiten befüllen.

Hoch, hoch hinaus

Dieser Somer wird die Höhe. Foto: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer

Pure Freiheit in schwindelerregender Höhe: Einen Ausblick wie den von der „Treppe ins Nichts” am Dachstein erlebt man nicht jeden Tag. Foto: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer

Weiter geht’s von der City in die Berge. Und darüber verfügt die Grüne Mark bekanntlich in Hülle und Fülle. Ob gemütliches Wandern oder volle Action – ein  Alpiner Sommer in der Steiermark ist alles, nur garantiert nicht langweilig. Noch dazu eignen sich die Berge ideal, um extremer Hitze zu entfliehen.

Im Sommer immer beliebter wurden in den letzten Jahren die steirischen Seilbahnen, zum Beispiel auf Schöckl, Turracher Höhe, Hochwurzen und Dachstein inklusive Skywalk. Immerhin bieten sie die unkomplizierteste Art, die Gipfel und ihre vielen Attraktionen für Groß und Klein zu erkunden. An neuen Highlights 2020 warten beispielsweise eine neue Kids Area auf der Aflenzer Bürgeralm und der erste Schlepplift für Mountainbiker im Trailland Miesenbach.

Neuigkeiten für Bikefreaks liefert auch die Region Schladming-Dachstein, seit eh und je das steirische Bergsport-Mekka schlechthin. So kann man sich im neuen Bikepark Schladming mittlerweile auf 35 Kilometer Trails austoben, darunter eine neue, sieben Kilometer lange Flowline für Einsteiger und Familien, eine Jumpline inklusive jeder Menge Airtime und ein Uphill Flow Trail von der Mittel- zur Bergstation. Zusätzlich warten in der Bike Area unter der Bergstation drei einfache Strecken zum Üben. Gesorgt ist auch für die kleinen Besucher, die sich im Hopsiland mit Indoor-Kugelbahn und Hopsi-Express vergnügen können.

Öko? Ist doch logisch.

Dieser Somer wird die Höhe. Foto: Steiermark Tourismus/Gleichweit-Nistelberger

Und Action! Adrenalinfreaks kommen in der Steiermark voll auf ihre Kosten. Diesen Sommer warten unter anderem neue, spannende Trails auf der Planai und der erste Schlepplift für Mountainbiker in Miesenbach. Foto: Steiermark Tourismus/Gleichweit-Nistelberger

Ein Schlagwort, das im steirischen Tourismusbereich immer stärker an Bedeutung gewinnt, ist Nachhaltigkeit. Mehr und mehr Betriebe, zum Beispiel im Bereich der Kulinarik, des Weinbaus und Bierbrauens, aber auch Ausflugsziele und Sportstätten zeigen sich von ihrer grünen Seite. In Ramsau am Dachstein etwa bietet der weltweit erste Bio-Golfplatz eine ökologisch einwandfreie Spielwiese zum Abschlagen.

Der Bezirk Murau gilt in Sachen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien seit eh und je als Vorreiter: Hinsichtlich Wärme und Strom wird die Region bis Ende 2020 komplett energieautark sein. Die wichtigste Ressource dabei: Holz. Ein Rohstoff, über den man in der Holzwelt Murau viel Spannendes erfahren kann, etwa bei einer Holzwelt-Tour mit unterschiedlichsten Themen von Geschichte, Holzkultur über Architektur bis hin zu Holzwirtschaft oder einem Allround-Einblick im Holzweltmuseum.

Ein Must-see für Bergfreunde: die erste ökologische Schutzhütte, beheimatet in der Steiermark. Das Schiestlhaus – die außerdem höchstgelegene Schutzhütte  der Hochschwabgruppe – erfordert zwar einen anspruchsvollen Aufstieg von rund fünf Stunden, bietet aber dafür nicht nur das größte Gämsenrevier Europas rundum, sondern auch ein Konzept mit durch und durch grünem Fingerabdruck. Aufgebaut ist die über 100 Jahre alte und 2005 komplett renovierte Hütte wie ein Passivhaus, wird energieautark mit Sonnenenergie bewirtschaftet, setzt auf Regenwassernutzung und biologische Abwasseraufbereitung.

Fazit: Ein Sommer in der Steiermark rockt! Nur: Um alles Sehens- und Erlebenswerte unterzubringen, könnte er fast ein paar Wochen länger dauern.

ANJA FUCHS

Mehr Infos & Tipps

Steirische Tourismus GmbH
St.-Peter-Hauptstraße 243, Graz
Tel. +43 (0) 316/4003-0
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