Das Rezept für eine gelungene Auszeit: Gut essen, gut trinken, gute Gesellschaft – und ein idyllisches Plätzchen im Grünen, um müßig Wurzeln zu schlagen. Eine Auswahl der schönsten Picknick-Ideen für die Steiermark gibt es hier.

Nach längeren Sonnenpausen sehnen sich viele wieder nach Sonne, mehr Zeit im Grünen – nach der herrlichen Leichtigkeit und Freiheit, die die warme Jahreszeit mit sich bringt. Zum Beispiel, indem man morgens einfach entscheidet, dass das Mittagessen heute unter freiem Himmel stattfindet. Stellt sich nur noch die Frage, wo – die Möglichkeiten sind in der Steiermark nämlich schier unbegrenzt. Weshalb die VIA-Redaktion die besten Picknick-Spots gesammelt hat – sowohl für jene, die ihren Picknick-Korb gerne liebevoll selbst zusammenstellen, als auch für Kurzentschlossene in der To-go-Variante.

Die milden Temperaturen der Südsteiermark laden schon früh im Jahr zum Picknicken ein. Und wo lässt es sich idyllischer und romantischer genießen als in der Sonne zwischen den Weinreben, mit Käferbohne, Kernölaufstrich und steirischem Weißwein? Viele Winzer bieten hier entweder ein Picknick direkt im Weingarten an oder die Möglichkeit, sich einen Picknick-Korb mit hausgemachten Köstlichkeiten befüllen zu lassen und sich dann selbst das perfekte Genuss-Plätzchen zu erwandern.

Benediktinerstift Admont

Das Gesäuse ist allein der Natur wegen einen Besuch wert – hier schlagen vor allem die Herzen von Wander- und Bergfans höher. Aber auch kulturell hat die Region einiges zu bieten, allen voran das Benediktinerstift Admont, das neben der größten Klosterbibliothek der Welt ein naturhistorisches Museum sowie eines für zeitgenössische Kunst beherbergt. Nicht zu vergessen die spektakulären Außenanlagen mit dem nach mittelalterlichem Prinzip angelegten Kräutergarten. Ein perfektes Ausflugsziel, um Action und Kultur miteinander zu verbinden und sich – entweder danach oder davor – bei einem gemütlichen Picknick zu stärken.

Wenn die Temperaturen im Hochsommer in tropische Höhen klettern, sorgen kühle, schattige Plätzchen im Grünen für die nötige Abkühlung. Mit Flüssen, Bächen, Schluchten, Klammen und Gebirgsseen bietet die Steiermark quer durchs ganze Land bezaubernde Wanderungen am Wasser, gespickt mit pittoresken Plätzen zum Verweilen und Seele-baumeln-Lassen – so schön, dass man am besten mehr als einmal die Decke ausbreitet und die Kraft des Elementes Wasser auf sich wirken lässt. Zum Beispiel an der Mürz (Foto), am Leopoldsteiner See oder entlang der Palfauer Wasserlochklamm.

Mürz in der Obersteiermark
Plätt`n-Fahrt am Grundlsee

Was gibt es Schöneres als Genießen am Wasser? Genießen auf dem Wasser! Im Ausseerland wird auf dem Wasser gepicknickt – genauer gesagt auf der „Plätt’n“. Diese trogförmigen, kiellosen Holzboote sind typisch für Grundlsee und Altausseer See und werden auf Wunsch zum Frühstücks- bzw. Aperitifplätzchen umfunktioniert. Während ein Plättenfahrer das Boot über den glasklaren See lenkt, schnabuliert man mit Blick auf die umliegenden Bergmassive. Prädikat: majestätisch!

Natur trifft Kultur – oder besser gesagt Skulptur: Mehr als 80 spektakuläre Kreationen namhafter Künstler schmücken das sieben Hektar große Areal des Österreichischen Skulpturenparks in Premstätten. Ein Picknick-Spot, der Genuss für Auge, Geist und Gaumen vereint! Tipp: Das Frühlingsfest am 25. Mai mit Workshops und kostenlosen Führungen. Und: Im Juni gibt es im Ostteil des Parks ein faszinierendes Naturschauspiel zu bewundern, wenn die Lotusblüten am Teich für einige Wochen ihre ganze Pracht entfalten.

Skulpturenpark Premstätten
Narzissen auf den Wiesen des Ausseerlandes

Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni verwandeln sich die Wiesen des Ausseerlandes in ein weißes Blütenmeer. Das starke Vorkommen der Stern-Narzisse wird einerseits durch die nährstoffarmen Böden, andererseits durch das Klima der Region begünstigt. Die typischen Narzissenwiesen sind sowohl über lange als auch über kurze Wanderwege erreichbar. Zu den schönsten Wanderungen zählt der Weg zur Gnanitz – ein Picknick inmitten der weißen Blütenpracht mit Blick auf den Grimming garantiert Märchen-Feeling pur.

Wenn man weiß, dass köstlicher Proviant mit von der Partie ist, tritt es sich doch gleich viel leichter in die Pedale. Erst recht, wenn es sich dabei um lukullische Hochgenüsse made in Styria handelt! Die Oststeiermark zählt zu Recht zu den beliebtesten Treffpunkten für Radler – immerhin bietet sie nicht nur unzählige Routen von sportlich bis gemütlich (darunter sechs „Käferbohnenradtouren“), sondern auch zig Möglichkeiten, sich dafür gleich einen prall gefüllten Picknick-Korb arrangieren zu lassen.

Radeln und genießen
Schlossberg Graz

Graz is(st) grün: Raus aus der City und rauf auf den Berg! Der Grazer Schloßberg ist nach wie vor einer der populärsten Picknick-Treffs der Murmetropole. Einen original steirischen Proviantkorb bestellt man am besten im Genussladen Gut Schlossberg vor – hier gibt es ausschließlich Top-Produkte regionaler Produzenten. Tipp für Nobel-Picknicker: Das Strandkorb-Package vom Starcke Haus (buchbar von Juni bis September) – inklusive steirischer Delikatessen, kühler Drinks und spektakulärer Aussicht auf Graz.

Text: Anja Fuchs / Fotos: Steiermark Tourismus

Wenn das Leben wieder draußen stattfindet, braucht es adäquates Beiwerk. Was das mit Vorratsdosen zu tun hat und warum wir das Essen auf der Karo-Decke so lieben.

Hart gekochte Eier, kalte Fleischlaberl, Hartkäse, in Scheiben geschnittener kalter Schweins­braten, Wurstsalat, gesundes Vollkornbrot mit Radieschen und Krenaufstrich, Erd­beeren, Hummus, Marillenfleck. Geben Sie zu, Sie haben schon so eine Vorahnung … Das friedvolle Essen unter freiem Himmel gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit, ebenso wie das gemeinsame und möbellose Sitzen bei der Nahrungsaufnahme. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist das Wort Picknick französischen Ursprungs.

Ein gewisser Tony Willis soll den Begriff „pique-nique“ in seiner Veröffentlichung „Origines de la Langue Française“ aus Jahre 1692 zum ersten Mal zitiert, und als aus piquer (aufpicken) und nique (Kleinigkeit) zusammengesetzt erkannt haben. Wie passend, egal, wie steirisch der Austragungsort und die Korbinhalte für ein Picknick auch sein mögen – es schwingt bestenfalls stets ein wenig Laissez-faire – französische Leichtigkeit – mit. Es ist genau diese Gelassenheit, die das Happening auf der karierten Decke von einer beiläufigen Jause im Park unterscheidet.

Alles muss raus

Apropos Park: Ob des fehlenden Sitzkomforts in möblierter Form unterscheidet sich das Picknick darüber hinaus von normalen Mahlzeiten: Zum sinnlichen Speisegenuss kommen noch andere Sinnesreize, jene die die Natur zu bieten hat, hinzu. Gerade in der Steiermark laden die vielen Grünflächen und Naturparks in und außerhalb der Städte zum Verweilen ein. Meist sitzt man hier wahrhaftig in ­historischem Kontext. Wie gut, dass hier auch gegessen werden darf. Ob am Grazer Schloßberg, im Skulpturenpark in Premstätten, im Freilichtmuseum Stübing, in ­Peter Roseggers Waldheimat oder gar im Museumspark des Stifts Admont.

Wissen als Beilage ist nie verkehrt: Im Stift Admont erwarten einen zudem eine Bibliothek, das Naturhistorische Museum und ein Kräutergarten, aus dem man unbeobachtet noch die Minzeblätter für die Erdbeerbowle stibitzen kann. ­Vielerorts werden in der Steiermark  gefüllte ­Picknickkörbe angeboten: etwa für ein Picknick im Bioblumenfeld von ­Margrit de Colle in Erbersdorf bei Eichkögl oder im Weingarten von Schloss ­Kapfenstein, wo selbst Backhendl, Erdäpfel- und Käferbohnensalat im Korb landen. Zum Drüberstreuen gibt’s einen Rotwein-Gugelhupf und selbstverständlich auch einen Flaschenöffner. Den kann man hier angesichts der 21 biologisch kultivierten Rebsorten ganz gut gebrauchen.

Genießen

Wer sich gerne körperlich ertüchtigt, bevor er sich den Bauch vollschlägt, radelt am besten in die Oststeiermark. In der Region rund um Weiz, genau genommen bei St. Ruprecht an der Raab, frönt man mit Blick auf tiefgrüne Wälder, idyllische Weinhügel, duftende Apfelgärten und die historische Marktgemeinde auf Vorbestellung einem regionstypischen Picknick mit ­Mulbratl, Arzberger Stollenkäse, Kürbiskernaufstrich, pikantem und süßem ­Gebäck ­(tourismus-weiz.at). Mehr Bergpanorama tankt man im ­Mariazeller Land. Einer von vielen schönen Picknickplätzen liegt auf der Bürgeralpe, deren Gipfel man vom Hotel Drei ­Hasen (gleich gegenüber) in nur sieben Minuten erreicht. Zu viel Romantik? Am Erlaufsee bietet das Partyboot ausreichend Platz für bis zu acht Personen. Mit der eingebauten Musikanlage, einer Kühlbox und einem Picknickkorb ist man für gemütliche Stunden am See bestens gerüstet. Ein Tisch, feinste Lederausstattung und komfortable Sitze lassen bei diesem Boot kaum Wünsche offen. Das Boot ist „führer­scheinfrei“ und darf auch allein ohne Kapitän gefahren werden. ­Voranmeldung empfohlen (mariazell-info.at). Bis ins Ausseerland ist der Picknicktrend vorgedrungen. In beachtlicher Dachsteinkulisse kann man bei der Wasnerin einen Korb, gespickt mit Lachsbrötchen, Hühnerwraps, hausgemachtem Kuchen, Rumkugeln, Spießchen, Obst, Sekt und Alkoholfreiem, vorbestellen. Tragen muss man die Genuss-Habe aber immer noch selbst.

Am Rebkogl in Gamlitz hat man es etwas leichter: Zwischen Wein- und Rosengarten lässt man sich die Jause im Holzkisterl zum persönlichen Kraftplatzerl tragen. Bauernsalat und Aufstriche sind in Gläsern portioniert, Feinstes wie selbst gemachte Rotwild-Salami oder Buchteln im Karton verpackt. Der Umwelt zuliebe. Wenn man heimgeht, packt man Gläser, Besteck und Reste ganz einfach in die Kiste und bringt sie wieder zur Rebkogl-Hütte zurück. Laissez-faire eben.

Tina Veit-Fuchs

 

Beitragsbild: Jasmin Chew/Unsplash