Das Rezept für eine gelungene Auszeit: Gut essen, gut trinken, gute Gesellschaft – und ein idyllisches Plätzchen im Grünen, um müßig Wurzeln zu schlagen. Eine Auswahl der schönsten Picknick-Ideen für die Steiermark gibt es hier.
Nach längeren Sonnenpausen sehnen sich viele wieder nach Sonne, mehr Zeit im Grünen – nach der herrlichen Leichtigkeit und Freiheit, die die warme Jahreszeit mit sich bringt. Zum Beispiel, indem man morgens einfach entscheidet, dass das Mittagessen heute unter freiem Himmel stattfindet. Stellt sich nur noch die Frage, wo – die Möglichkeiten sind in der Steiermark nämlich schier unbegrenzt. Weshalb die VIA-Redaktion die besten Picknick-Spots gesammelt hat – sowohl für jene, die ihren Picknick-Korb gerne liebevoll selbst zusammenstellen, als auch für Kurzentschlossene in der To-go-Variante.
Die milden Temperaturen der Südsteiermark laden schon früh im Jahr zum Picknicken ein. Und wo lässt es sich idyllischer und romantischer genießen als in der Sonne zwischen den Weinreben, mit Käferbohne, Kernölaufstrich und steirischem Weißwein? Viele Winzer bieten hier entweder ein Picknick direkt im Weingarten an oder die Möglichkeit, sich einen Picknick-Korb mit hausgemachten Köstlichkeiten befüllen zu lassen und sich dann selbst das perfekte Genuss-Plätzchen zu erwandern.

Das Gesäuse ist allein der Natur wegen einen Besuch wert – hier schlagen vor allem die Herzen von Wander- und Bergfans höher. Aber auch kulturell hat die Region einiges zu bieten, allen voran das Benediktinerstift Admont, das neben der größten Klosterbibliothek der Welt ein naturhistorisches Museum sowie eines für zeitgenössische Kunst beherbergt. Nicht zu vergessen die spektakulären Außenanlagen mit dem nach mittelalterlichem Prinzip angelegten Kräutergarten. Ein perfektes Ausflugsziel, um Action und Kultur miteinander zu verbinden und sich – entweder danach oder davor – bei einem gemütlichen Picknick zu stärken.
Wenn die Temperaturen im Hochsommer in tropische Höhen klettern, sorgen kühle, schattige Plätzchen im Grünen für die nötige Abkühlung. Mit Flüssen, Bächen, Schluchten, Klammen und Gebirgsseen bietet die Steiermark quer durchs ganze Land bezaubernde Wanderungen am Wasser, gespickt mit pittoresken Plätzen zum Verweilen und Seele-baumeln-Lassen – so schön, dass man am besten mehr als einmal die Decke ausbreitet und die Kraft des Elementes Wasser auf sich wirken lässt. Zum Beispiel an der Mürz (Foto), am Leopoldsteiner See oder entlang der Palfauer Wasserlochklamm.


Was gibt es Schöneres als Genießen am Wasser? Genießen auf dem Wasser! Im Ausseerland wird auf dem Wasser gepicknickt – genauer gesagt auf der „Plätt’n“. Diese trogförmigen, kiellosen Holzboote sind typisch für Grundlsee und Altausseer See und werden auf Wunsch zum Frühstücks- bzw. Aperitifplätzchen umfunktioniert. Während ein Plättenfahrer das Boot über den glasklaren See lenkt, schnabuliert man mit Blick auf die umliegenden Bergmassive. Prädikat: majestätisch!
Natur trifft Kultur – oder besser gesagt Skulptur: Mehr als 80 spektakuläre Kreationen namhafter Künstler schmücken das sieben Hektar große Areal des Österreichischen Skulpturenparks in Premstätten. Ein Picknick-Spot, der Genuss für Auge, Geist und Gaumen vereint! Tipp: Das Frühlingsfest am 25. Mai mit Workshops und kostenlosen Führungen. Und: Im Juni gibt es im Ostteil des Parks ein faszinierendes Naturschauspiel zu bewundern, wenn die Lotusblüten am Teich für einige Wochen ihre ganze Pracht entfalten.


Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni verwandeln sich die Wiesen des Ausseerlandes in ein weißes Blütenmeer. Das starke Vorkommen der Stern-Narzisse wird einerseits durch die nährstoffarmen Böden, andererseits durch das Klima der Region begünstigt. Die typischen Narzissenwiesen sind sowohl über lange als auch über kurze Wanderwege erreichbar. Zu den schönsten Wanderungen zählt der Weg zur Gnanitz – ein Picknick inmitten der weißen Blütenpracht mit Blick auf den Grimming garantiert Märchen-Feeling pur.
Wenn man weiß, dass köstlicher Proviant mit von der Partie ist, tritt es sich doch gleich viel leichter in die Pedale. Erst recht, wenn es sich dabei um lukullische Hochgenüsse made in Styria handelt! Die Oststeiermark zählt zu Recht zu den beliebtesten Treffpunkten für Radler – immerhin bietet sie nicht nur unzählige Routen von sportlich bis gemütlich (darunter sechs „Käferbohnenradtouren“), sondern auch zig Möglichkeiten, sich dafür gleich einen prall gefüllten Picknick-Korb arrangieren zu lassen.


Graz is(st) grün: Raus aus der City und rauf auf den Berg! Der Grazer Schloßberg ist nach wie vor einer der populärsten Picknick-Treffs der Murmetropole. Einen original steirischen Proviantkorb bestellt man am besten im Genussladen Gut Schlossberg vor – hier gibt es ausschließlich Top-Produkte regionaler Produzenten. Tipp für Nobel-Picknicker: Das Strandkorb-Package vom Starcke Haus (buchbar von Juni bis September) – inklusive steirischer Delikatessen, kühler Drinks und spektakulärer Aussicht auf Graz.
Text: Anja Fuchs / Fotos: Steiermark Tourismus
Das magische Yoga Festival & Retreat im Seehotel Jägerwirt auf der Turracher Höhe lädt Anfang Dezember drei Tage lang zur Einkehr und besonderen Erlebnissen.
Atmosphärische Klänge von Didgeridoo, Harmonium und Djembé erfüllten bereits im September ein Wochenende lang das Seehotel Jägerwirt am sonnenverwöhnten Ostufer des Turracher Sees. Erstmals bildete diese Natur- und Soundkulisse über drei Tage hinweg die fantastische Basis für ein Feelgood-Festival voller Yoga, Musik, Community und mehr. Als Herzensprojekt setzte man damit in dem Familienbetrieb den Auftakt für die Zukunft als Mental Wellness-Destination in den Kärntner Nockbergen. Und bekräftigt mit dem aktuellen Soul Sangha Retreat, gemeinsam mit Veranstalterin Alexia Kulterer von yogalexia & ALKEMY Soul® Travel, die Ausrichtung zum Retreat Hotel mit Sinn für Spiritualität, Naturverbundenheit und Gesundheit.

Foto: Anja Koppitsch
Yogalake Retreat
Aus über 20 Yogaklassen mit Workshops und Einheiten zu Themen wie Meditation, Mental Health, Kirtans (Wechselgesänge & Erzählungen) oder Breathwork, setzten sich Teilnehmende komplett frei ihr persönliches „Yogalake Retreat Programm“ zusammen. Die inspirierenden Sessions wurden begleitet von einem lokal wie international bekannten Line Up, u. a.: Nico @ Nicoya Yoga (Psychedelic Breath®, Yoga Beats, Shake The Dust®), Sara Ticha (Vinyasa, Bhakti Yoga), Ajeet Lakshmi Kaur (Mantra Circle, Kundalini Yoga), Sarah Bergmair (Electronic Power Yoga), Christian Gianjot (Kundalini Yoga), Felipe Calvo Montero (Breathwork, Kirtan) oder Geoff Brooks (Hatha Yoga, Yoga Therapy, Pranayama) aus Australien. Musik und Sound kam unter anderem von den Rockstars der Yogi-Szene, Hanuman Project aus Bali, oder Georg Gratzers Woodwinds, live im Waldkonzert.
Sunrise Bergmeditation
Umrahmt von der Turracher Berglandschaft, See, Spa und veganer Ernährung im Seehotel Jägerwirt sowie viel Liebe und Spirit von dessen Betreiberpaar Sabine und Alex Springenschmidt, ist so in nur wenigen Tagen eine enge Gruppe und herzliche Yogafamilie entstanden.
Von der Sunrise Bergmeditation, über das täglich vitalisierend-kühle Bad im Bergsee bis hin zur balinesischen Blumenzeremonie zum Abschied bleiben einzigartige Momente für die Ewigkeit und tief beseelte Yoginis zurück und freuen sich jetzt schon auf die nächsten Events in der hoffentlich neuen Tradition – Namaste am Bergsee.
Kommender Termin
Fire & Ice Retreat mit Yoga und Breathwork vom 5.-8.12.2024,
gewidmet dem Feuer, mit Eisbaden und Bali Salju (Schnee)-Massagen und viele weitere im kompletten Yoga- und Wellbeing-Angebot beim Seehotel Jägerwirt unter www.seehotel-jaegerwirt.at.
Romantik Seehotel Jägerwirt
Jägerwirtsiedlung 63, A-8864 Turracher Höhe
T +43 4275 / 8257
E-Mail: urlaub@seehotel-jaegerwirt.at
Mit sechs Katalogen und zahlreichen Sonderprogrammen startet Springer Reisen in die neue Saison. Im Mittelpunkt steht maßgeschneiderter, individueller Urlaub mit regionalen Abflügen und sorgfältig ausgesuchten, familiären Hotels.

Syros Ermoupoli Foto: Springer Reisen
Urlaubsträume GRIECHENLAND
Springer Reisen gilt als Griechenland-Spezialist und hat sich vor allem auf den Kykladeninseln einen Namen gemacht. Das Programm umfasst insgesamt 24 Inseln, die mit wöchentlichen Flügen ab Graz, Klagenfurt, Linz und Wien angeboten werden.
NEU: Syros und Serifos wöchentlich mit Flug ab/bis Graz und Klagenfurt, mit „Avantiair“ nach Paros und mit Bus bzw. Schiffstransfer. NEU im Programm ist die Kykladeninsel Karpathos. Karpathos liegt zwischen Kreta und Rhodos und erreicht man per Direktflug ab/bis Graz und Wien. Besonders die Unberührtheit der Dörfer, die karge Natur und die nahezu ursprünglichen Fischerdörfer verzaubern die Besucher. NEU ab/bis Linz: Skiathos wöchentlich mit Direktflug der „Avantiair“
Die Kykladeninsel Paros beeindruckt nicht nur mit traumhaften Stränden in allen Inselecken, den Besucher erwarten zauberhafte Dörfer, das Schmetterlingstal von Petaloudes sowie griechische Gastfreundschaft und atemberaubende Sonnenuntergänge. Wer einen Märchenurlaub sucht, wird in dem Labyrinth der Gassen des Hauptortes Parikia und dem charmanten Yachthafen von Naoussa verzaubert. Auch Kultur- und Nachtschwärmer kommen auf Paros voll auf ihre Kosten.
Leicht, locker, unkompliziert – abschalten, die gestresste Seele baumeln lassen! Das fällt einem als erstes ein, wenn man an Naxos denkt. Allein das Ankommen wird jedes Mal zum Erlebnis. Zusätzlich zum Reisegepäck trägt man ja doch – trotz aller vorgeplanter Abschaltversuche – die Last des Alltages noch mit. Und dann umarmt einen plötzlich die Leichtigkeit des Insellebens… Die Insel Naxos wird ab Ende Mai jeden Samstag mit einem Direktflug nach Paros ab Graz angeboten. Ein privater Schiffstransfer bringt die Gäste in nur 20 Minuten nach Agia Anna auf Naxos.

Naoussa Foto: Springer Reisen
Feinster weißer bis goldgelber Sand und kristallklares Wasser auf mehr als 60 Stränden machen Skiathos zu einem wahren Badeparadies. Der Dreh- und Angelpunkt ist die Hauptstadt „Chora“, wo fast alle Inselbewohner leben. Den Besucher erwartet griechische Gastfreundschaft und Postkartenidylle pur: Kleine weiße Häuser mit roten Dächern, eine wunderschöne Hafenpromenade sowie zahllose schmale, verwinkelte Gassen. Außerhalb des Hauptortes dominieren Olivenhaine, Zypressen, Palmen, Nuss- und Obstbäume sowie bunte Gärten voller Rosen und Oleander.
Romantisch präsentiert sich die Insel Skopelos. Der gleichnamige Hauptort liegt malerisch eingebettet in einem Hafen. Eine Fahrt über die Küstenstraße gibt immer wieder herrliche Ausblicke frei: Auf weißsandige Strände, auf Olivenhaine, auf das Grün der Pinien vor dem tiefen Blau der Ägäis. Dörfliche Idylle erlebt man allerorts, die schönsten Sand- und Kiesstrände reihen sich der Südküste entlang. Alonissos bietet viel Ruhe, unberührte Natur, hübsche Dörfer sowie tolle Möglichkeiten für Taucher. Das Inselleben spielt sich in der Südhälfte ab, schmale Pfade verlaufen über die ganze Insel durch tiefgrüne Kiefernwälder und bieten herrliche Wandermöglichkeiten. Die Strände sind wie aus dem Bilderbuch – und überall glasklares Wasser.
Karpahtos
Amoopi
Ein paar Kilometer südlich der Hauptstadt liegt der Amoopi-Strand, der in zwei Buchten aufgeteilt ist. Ein Fußpfad verbindet die beiden Buchten. Der lange, flach abfallende Sandstrand ist gut geeignet für Kinder und lädt zum Schnorcheln ein.
Lefkos
Lefkos, einer der bekanntesten und beliebtesten Sandstrände auf Karpathos, befindet sich an der Westküste der Insel. Feiner, weißer Sand sowie kristallklares, türkises Wasser bieten dem Besucher Karibikflair. Gemütliche Tavernen, in denen fangfrischer Fisch zubereitet wird, Liegen und Sonnenschirme sind vorhanden.
Kira Panagia
Ein kleines Paradies auf Karpathos. Die kleine Bucht liegt zwischen zwei Felsklippen und zählt zu den meistfotografierten Stränden der Insel, insbesondere wegen der berühmten Kirche mit dem roten Dach. Von dort aus wird ein spektakulärer Blick auf den Strand geboten.
Beitragsbild: Golden Beach Strand von Springer Reisen
Es gibt Neuigkeiten vom Flughafen Graz: Er darf sich über drei frühe Weihnachtsgeschenke freuen…
Bereits im Jänner an die türkische Riviera
SunExpress hat im August bekannt gegeben, Graz ab Anfang April mit Flügen nach Antalya wieder in ihren Flugplan aufzunehmen. Der Starttermin der Flüge wird nun erfreulicherweise weit nach vorne verschoben: Bereits am 15 und 26. Jänner erfolgen die ersten Abflüge, ab 17. Februar geht es dann regelmäßig nach Antalya.
Mit Eurotours und Avanti Air an die Bernsteinküste
Von 13. Mai bis 14. Oktober 2024 fliegt die von Eurotours gecharterte Avanti Air mit ihrer Dash-8 1 Mal pro Woche von Graz an die polnische Ostseeküste. Zielflughafen ist Stettin-Goleniow in der Nähe der alten Hansestadt Stettin. Von hier sind die herrlichen Strände an der Bernsteinküste von Swinemünde über Misdroy bis Kolberg ebenso leicht erreichbar wie die traditionellen Seebäder Ahlbeck oder Heringsdorf auf der deutschen Seite von Usedom.
Die Angebote, buchbar bei Hofer-Reisen und Ruefa, umfassen neben verschiedenen klassischen Reisepaketen auch Hausbootfahrten, Radreisen sowie Fly&Drive.
Termine: 13.5.2024 – 14.10.2024 / Flugtag ist Montag

Erster Platz beim Eurowings Station Award
Graz ist erst seit Anfang Mai Basis der Eurowings und war bereits im zweiten Quartal zweitplatziert beim Eurowings Station Award. Dass diese gute Performance kein kurzfristiges „Strohfeuer“ war, konnte das Team des Flughafen Graz unter Beweis stellen, indem es beim Award für das dritte Quartal den ersten Platz unter rund 40 europäischen Flughäfen erreicht hat.
Beitragsbild: Canva
Verflogen – unser aktuelles Motto scheint in Verbindung mit dem Herbst ein wenig wehmütig zu klingen.
Doch für uns ist das „Verfliegen” immer wieder erstrebenswert: Wenn wir auf Reisen gehen, verfliegen unsere grauen Gedanken, wenn wir urlauben, verwehen die Sorgen mit der Meeresbrise, wenn uns der Alltag stinkt, verduften wir. Bleiben und Aussitzen? Ist sowieso schon längst nicht mehr en vogue. Das Festhalten alter Zustände – „Das haben wir immer so gemacht” – ist nicht nur im Business äußerst zweifelhaft (hier darf ich Ihnen mein neuestes Buch), sondern auch als Lebenskonzept viel zu starr geworden. Wir passen uns laufend an neue Gegebenheiten und Umstände an, das Leben ist Veränderung. Und das ist gut so – könnten wir sonst etwas verbessern? Eben.
Als Unterstützung für Ihre hoffentlich neugierigen Blicke über den Tellerrand ist auch diese Ausgabe unseres VIA Airportmagazins zu verstehen: Nach der Lektüre unserer Reisereportagen aus Porto, der Sächsischen Schweiz und Grenada ist jeglicher Herbstblues ganz sicher verflogen. Lassen Sie sich außerdem zur Kulinarik-Wanderung verführen und folgen Sie unseren Kulturtipps – Sie werden es garantiert feiern. Vielleicht sogar mit einer süßen Kakao-Zeremonie …
Herzlichst
Ihr Harald Kopeter,
Herausgeber VIA
FINDEN SIE HIER DIE DIGITALE AUSGABE DES VIA MAGAZIN HERBST 2023 ZUM DURCHBLÄTTERN
Die drittgrößte Mittelmeerinsel ist eigentlich mehr Asien als Europa, zumindest geografisch gesehen. Die Schnittstelle zwischen Orient und Okzident ist ein sonnig-heißes Pflaster geblieben.

Die Liebesgöttin Aphrodite soll am mythenumrankten Felsen der Aphrodite
dem Meer entstiegen sein.
(Foto: marinadatsenko/stock.adobe.com)
Geheimtipp ist die Insel schon lang nicht mehr: Schon in antiken Zeiten kamen jährlich Tausende von Pilgern nach Zypern und huldigten der Liebesgöttin Aphrodite in ihrem Heiligtum. Die soll am mythenumrankten Felsen der Aphrodite dem Meer entstiegen sein, heute ein beliebter Picknick-Spot an der zypriotischen Südwestküste zwischen Limassol und Paphos. Heiß zu geht es hier meist ohnedies, denn Schatten an den Traumstränden im östlichen Mittelmeer ist rar. Und derer gibt es viele. Dort wird die 40-Grad-Marke sommers regelmäßig und ausgiebig überschritten, was Zypern zum heißesten Land Europas macht: Selbst im November liegt die Wassertemperatur manchmal noch bei 25 Grad, und die Außentemperatur noch deutlich höher.
Im Winter ist es wohl angenehmer im Land, für Wanderer zumindest, die dann bisweilen mit ein wenig Regen rechnen müssen. Kurztouren sind ganzjährig möglich: Der Artemis-Trail etwa, sieben Kilometer lang, umrundet den Mount Olympus im Troodos-Gebirge, wo all jene, die sich an der fabelhaften Aussicht über die Insel sattgesehen haben, auch prächtig Trüffel sammeln können. Selbst Schnee ist hier auf über 2000 Metern nicht ausgeschlossen, wenn auch die kleinen Skigebiete nicht mit Schneekanonen und beheizten Sesselliftbänken aufwarten können: Fünf Lifte gibt es, darunter den Schlepplift Hera und den Sessellift Olymp, vier Kilometer Abfahrt, Tageskarte 25 Euro: Wer Schneesicherheit bevorzugt, bleibt dennoch lieber auf der Bürgeralpe bei Aflenz und pilgert nicht nach Zypern.
Orthodoxe Kultstätten

Orthodoxe Kultstätten gibt es auf Zypern genug. Wer kulturelle Besichtigungen plant, muss der Hitze trotzen.
(Foto: Spreitzhofer)
Für eine Reise nach Zypern gibt es wahrlich bessere Gründe. Das Kykkos-Kloster etwa, inmitten archaischer Zedernwälder, ist einer der populärsten Pilgerorte Zyperns. Grund dafür ist eine wundertätige Marienikone, die allerdings auch keine Schneegarantie abgeben kann. Von einem Einsiedlermönch Ende des 11. Jahrhunderts errichtet, liegt das Kloster abgeschieden auf 1.140 Meter Seehöhe im Südwesten des Landes und ist nur über enge, verschlungene Bergstraßen erreichbar, wie vieles landeinwärts. Man fährt immer noch links, auf der ganzen Insel, obwohl das britische Protektorat seit 1960 beendet und das Land seither unabhängig ist.
Viele der orthodoxen Kultstätten sind weltbekannt. Das Höhlenkloster Agios Neophytos etwa, oder Stavrovouni: Spektakulär auf einer Bergspitze vor Larnaka gelegen, gilt das Kloster aus dem 3. Jahrhundert als eines der ältesten der Insel und lässt nur Männer als Besucher zu – und selbst das nur wenige Stunden am Tag, Shorts sind verboten. Das Trooditissa-Kloster oben in den Troodos-Bergen ist der Sommersitz des Bischofs von Paphos, der weiß, wo es im Sommer angenehm kühl ist. In Paphos jedenfalls nicht: 2017 zur Kulturhauptstadt Europas gekürt, blickt die quirlige Hafenstadt auf eine lange Geschichte zurück. Da sind die Königsgräber von Nea Paphos, seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe, die in vorchristliche ptolemäische Zeiten zurückgehen. Oder das Ruinengelände rund um die spätbyzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Kyriaki, wo der Apostel Paulus gefesselt und gegeißelt worden sein soll, glaubt man der Legende: Von der heute sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Zyprioten war er wohl wenig angetan.
Sonnenanbeter aus aller Welt

Da laden für viele Menschen so manche hübsche Hafenplätzchen schon eher zum Verweilen ein.
(Foto: Spreitzhofer)
Besagte Gastfreundschaft ist heute legendär in Zypern: „Kopiaste“, sagen sie, komm und leiste uns Gesellschaft, warum nicht gleich in unseren bunten Souvenirshops? Da gibt es handbemalte Ikonen für die einen, bestickte Taschentücher für die anderen und ein paar garantiert echte Haaland-Trikots für britische Gäste aus Manchester und Umgebung, für die Urlaub Live-Fußball in diversen Beachbars bedeutet. Why not? Schon die Kreuzritter, die noch mit Barken aus der Türkei übersetzen mussten, machten hier oft monatelang Pause, lange bevor die Flughäfen Larnaka (Republik Zypern) und Nikosia-
Ercan (Türkische Republik Nordzypern) Sonnenanbetern aus aller Welt den Zutritt erleichterten.
Verhungert ist noch keiner: Wer Sudsukos (aufgereihte, in Traubenmost getunkte Mandeln) und Mousaka, Halloumi-Käse und Chiromeri (geräucherter Schweineschinken) verabscheut, greift eben zu Fish & Chips & Kebab und genehmigt sich ein Gläschen dazu. Oder zwei. Denn durstig bleiben wäre unerfreulich und ungesund, der Hitze halber. Dafür gibt es ruhige Tavernen im Landesinneren und weniger ruhige Partyschuppen in Agia Napia und Protaras, wo allerlei Nachwuchs-Aphroditen auf Tanz und Tattoo warten.
Diesen Flecken Zypern, an der Südostspitze der Insel, verlassen so manche höchst ungern oder nie, suhlen sich nachmittags an der Nissi Beach, promenieren abends gen Lunapark und sehen nachts bisweilen auch mythenumwobene Seemonster am Cap Greco. Ob das mit einem Übermaß an „Aphrodite“ und „weißer Frau“, lokalen Weißweinmischungen mit allerlei Früchten, zu tun hat, weiß wohl niemand so ganz genau. Wer Ballermann mag, statistisch acht Grad wärmer als auf Mallorca, liegt hier jedenfalls goldrichtig. Ob versteckte Buchten oder weite Strände, Kies oder Sand, Swim oder Surf: Zyperns 60 Strände lassen keine Wünsche offen.

Die Hafenstadt Limassol mit ihren schicken Bars und Graffitikünstlern ist auch ein Paradies für Kitesurfer.
(Foto: f8grapher/Canva)
Partymeile oder Idylle? Und!
Schade jedenfalls, denn die Mittelmeerinsel hat mehr zu bieten als Halligalli: Urtümliche Dörfer und idyllische Weinberge, Zedern und Wacholder und viel mediterrane Einsamkeit, wer es mag. Die Hauptstadt Nikosia, immer noch eine geteilte Stadt in der Inselmitte, mit Moscheen auf türkischer und orthodoxen Kirchen auf zypriotischer Seite und einem offiziellen EU-Grenzübertritt dazwischen. Die Hafenstadt Limassol mit ihrer schicken Marina, vielen Bars und Graffitikünstlern ist ein Paradies für Kitesurfer, die sich an der Lady’s Mile Beach tummeln. Gar nicht weit weg findet sich das Katzenkloster Sankt Nikolaus, wo es mehr junge Katzen als alte Nonnen gibt, Tendenz steigend.
Die Halbinsel Akamas ist Nationalpark und benannt nach dem Sohn des Theseus, der dort im Trojanischen Krieg gestrandet sein soll und vielleicht in der dunklen Avakas-Schlucht ein wenig Abkühlung gefunden hat – der Canyon mit seinen 30 Meter hohen Steilwänden ist nur ein paar Meter breit, wunderbar wanderbar und wahrscheinlich der sonnenfreieste Ort der Insel. Und: Nicht jeder, der einen kleinen Fußmarsch zum Bad der Aphrodite auf sich nimmt – einer kleinen Grotte mit einem Süßwasserbecken hinter dem Fischerhafen von Lakki – muss wie der schöne Adonis, Gefährte der Aphrodite, aussehen. Schaden kann es aber auch nicht. Feigenbäume sind vorhanden, wer plötzlich dringend ein Blatt braucht. Kopiaste!
Eine Insel, zwei Länder?
Zypern ist seit 1974 politisch geteilt und etwa so groß wie Kärnten. Der Süden wird von der Republik Zypern beherrscht, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, die völkerrechtlich weiterhin die ganze Insel umfasst (ca. 900.000 Einwohner). Der Nordteil steht unter Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern (ca. 300.000 Einwohner), die nur von der Türkei anerkannt wird. Diese besetzte das Gebiet 1974 militärisch, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland hatten durchsetzen wollen. Zwischen den beiden Gebieten liegt eine Pufferzone, die als „Grüne Linie” auch die Hauptstadt Nikosia (Levkosia) teilt und von der Friedenstruppe der Vereinten Nationen überwacht und verwaltet wird. Grenzübertritte sind derzeit in beide Richtungen möglich, auch für Tagesausflüge. Bei Leihautos Versicherungsbestimmungen beachten!
von Günter Spreizhofer
visitcyprus.com
NEU: Der Flughafen Graz fliegt Larnaca von 20. 5. bis 28. 10. 2023 jeden Samstag an.
Beitragsbild: evgeni fabisuk/stock.adobe.com
Die Gesellschaftsinseln, die zur 118 Inseln umfassenden Archipelwelt von Französisch-Polynesien gehören, liegen am anderen Ende der Welt.
Dort warten fruchtbare Inseln, in fünf Archipelen wie auf Perlenschnüren aufgefädelt, mit dichten Regenwäldern und grünen Bergen auf Entdeckung. Die bekanntesten sind die Gesellschaftsinseln, zu denen Tahiti, Moorea, Huahine, Raiatea und die Perle der Südsee – Bora Bora – gehören. Das Klischee der Südseeidylle mit türkisfarbenen Lagunen, leuchtenden Sandstränden und magisch schönen Overwater-Bungalows wird hier Wirklichkeit. Spektakuläre Natur mit Bergen, Fjorden, Klippen und Wasserfällen sowie lebendige polynesische Kultur sorgen für viel Abwechslung.

Beim Heiva- Fest auf dem Hauptplatz von Vaitape auf Bora Bora kann man die lokale Tradition und Kultur am besten kennenlernen. (Foto: Puchinger)
Der erste Südseeswing – Papeete und Tahiti.
Der Charme der Hauptstadt Papeete liegt im Detail. Also rein in die geschäftige Inselmetropole mit französischen Kolonialbauten, Promenaden, grünen Parks – und dem allmorgendlichen Obstmarkt. Eine Orgie von Düften, Gerüchen und Farben empfängt uns. Und vielleicht findet sich in den kleinen Shops ja auch das so typisch bunte Südseehemd oder Kleid für den Urlaub. Die Lage von Hafen und Stadt vor 2000 Meter hohen tiefgrünen Bergen ist jedenfalls genial. Ganz anders, bizarr und tiefgrün, mit Almlandschaften, himmelhohen Vulkangipfeln und Wasserfällen, präsentiert sich das Inselinnere. Absolut den Besuch wert ist die „Olympische Surfwelle“. In Teahupoos meterhohen „Schaumrollen“ sollen bei den Olympischen Spielen 2024 die weltbesten Surferinnen und Surfer ihre Olympiasieger ermitteln.

Die perfekte Art, in der Südsee zu reisen ist, mit dem Katamaran in den siebten Himmel zu segeln. (Foto: Camp Photo/Canva)
Leinen los.
Wohl am schönsten ist es, Tahiti und Co per Segeltörn, von Wind und Wellen getragen, zu erleben. Dream Yacht Charter bietet – von Tahiti, Bora Bora oder der Heimatinsel Raiatea ausgehend – Segeltörns mit schnittigen Segelkatamaranen an. Die Kats verfügen über sechs klimatisierte Doppelkabinen samt eigenem Bad, für Individualität ist also gesorgt. Ein Sonnendeck, ein gemütlicher Aufenthaltsraum und ein Esszimmer machen den Aufenthalt entspannt. Der Skipper kümmert sich um den Katamaran und die Segeltour, eine Köchin bereitet die Mahlzeiten aus frischen lokalen Produkten vor. Die Touren sind genial geplant mit festgelegten Etappen und Segelkurs, je nach Wind und Wetter „situationselastisch“ anpassbar. Durch den geringen Tiefgang des Kats können abgelegene Buchten erreicht werden; dort warten Traumstrände, Korallenriffe und Unterwassererlebnisse zum Nulltarif.
„Segeltörn-Reisende sind keine klassischen Kreuzfahrtkunden, sondern Entdeckernaturen und Genießer – zumeist mit viel Reiseerfahrung“, erzählt Lisa Grillo, die deutschsprachige Kunden betreut. Geführte oder selbstständige Landgänge gehören zum Programm. „Die sind wichtig für den Gesamteindruck der Reise und in den kleinen Häfen und auf Märkten erleben die Gäste den Alltag und die Seele Polynesiens live“, meint Lisa Grillo. So regiert auch eine sehr relaxte Atmosphäre auf dem Segeltrip. Dresscode ist nicht wichtig und punkto „Animation“ liefert die Natur einen „Tausend-Sterne-Himmel“. „We do not guarantee internet on board, but we do have a nice library“, lächelt Captain John und gibt gerne Tipps für das Ukulele-Spiel. „Relax on board, enjoy the sea, the islands and magic sunsets.“

„La vie heureuse” – das glückliche Leben auf Moorea ist gespickt mit gesunden Köstlichkeiten. (Foto: Puchinger)
First Stop – Moorea.
Eine der spektakulärsten Inseln ist nur durch eine 17 Kilometer breite Meerenge von der Westküste Tahitis getrennt. „La vie heureuse“ – das glückliche Leben, wie es auf Französisch-Polynesien heißt, findet man hier. Sandstrände mit wogenden Palmen, eine feine Unterwasserfauna und wilde Vulkanberge machen Moorea zu einem bevorzugten Reiseziel. Von der Schönheit Mooreas war auch der berühmte James Cook angetan, 1869 ankerte er in der Fünf-Sterne-Bucht Opunohu Bay. Später wurde die nicht minder schöne Nachbarbucht nach ihm benannt. Beide zählen sicher zu den schönsten Naturhäfen der Welt! Wir starten zum Schnorcheltrip, anschließend ist Whalewatching angesagt. Am nächsten Tag ist die Wanderung entlang der „Pineapple Route“ mit riesigen Ananasfeldern bis zum pittoresken Belvedere-Aussichtspunkt das Tageshighlight.
50 Shades of Green.
Raiatea ist das nächste Ziel. Der Inselname wird mit „weit entfernter Himmel“ übersetzt. Raiatea ist eine heilige Insel und ein wichtiger Bezugspunkt für Polynesier. Hier haben die Inseln ihr spirituelles Zentrum mit dem Marae von Taputapuatea, vermutlich von Raiatea ging die Reise der Polynesier über den Pazifik bis nach Neuseeland. Von üppig bewachsenen Vulkankratern, schönen Wasserfällen und dem markanten Gipfel des 1017 Meter hohen Mount Tefatua hatte Captain John beim Briefing geschwärmt. Hier gibt es den einzigen befahrbaren Fluss in ganz Französisch-Polynesien, den Faaroa River. Also rein in das Kajak und los geht die Paddeltour durch eine Bilderbuchbucht bis in den ruhigen, dschungelhaft mäandrierenden Fluss und zu einem der schönsten botanischen Gärten von ganz Polynesien. Vor giftigen Tieren muss auf Französisch-Polynesien nicht gewarnt werden – der Inselarchipel ist „giftfrei“.

Beschauliches Leben auf dem schnittigen Seegelkatamaran (Foto: Puchinger)
Süßes Bordleben.
Ein Tag am Kat ist sehr individuell. Frühaufsteher stehen oben beim Steuermann, genießen die leichte Brise, die Stille, die Silhouette der nächsten Insel – und zumeist fulminante Sonnenaufgänge. Dann folgt ein herzhaftes Frühstück – und ein Erlebnistag kann beginnen. Segel- und Ankerstunden laden zum Chillen und Sonnenbaden an Deck. Aktive haben immer die Möglichkeit, mit Seakajak oder per Stand-up-Paddling auf Entdeckungsreise oder schnorcheln zu gehen. Fotografen schweben bei endlosen Farbenorgien und exotischen Motiven im siebten Himmel. Die Bordküche übertrifft sich jeden Tag selbst! Längst ist das Kochen unserer Taeva zur Zeremonie geworden und ambitionierte Hobbyköche schauen ihr genau über die Schulter.
Kaum eine andere Region der Erde wurde von europäischen Entdeckern so euphorisch beschrieben wie die Südsee. Aber wie ist es dort wirklich? Eine Jachttour zum erträumten Paradies auf Erden – nach Bora Bora. – Von Sabine und Sepp Puchinger

Die berühmten Overwater-Bungalows laden ein: Wer noch genug „Kleingeld” besitzt, mietet sich dort zum Urlaubsabspann ein. (Foto: napa74/stock.adobe.com)
Honeymoontraum Bora Bora.
Allein der Name bürgt für Südseefeeling, die Wasserfarbe in der Lagune ist unglaublich, die Anzahl der Blautöne ist schier unendlich – und die Wanderung auf die Bilderbuchberge ist schweißtreibend. Über Superlative lässt sich streiten, aber hier sind sie berechtigt. Die seichte, türkisblaue Lagune ist ungefähr drei Mal so groß wie die Insel selbst. Und das Riff, das sich nur an einer Stelle öffnet, schützt ein einzigartiges Biotop vor dem wilden Ozean. In der Lagune haben über 700 Meeresbewohner, darunter viele
Rochenarten, ihre Heimat gefunden. Bei einem Landgang erfolgt der Empfang mit Südseerhythmen und duftenden Blumengirlanden. Mit Jeep, Quad oder traditionell mit dem Moped lässt sich Bora Bora, wo etwa 9000 Menschen leben, wunderbar erkunden. Palmenstrände, kleine Dörfer und spitze Bergzacken locken – und viel Geschichte. Schließlich war Bora Bora ein Stützpunkt im Zweiten Weltkrieg. Die Bunker der Insel gehören auf jede „Must-see“-Tourliste, ebenso das Kultlokal „Bloody Mary“.

Foto: eddie/stock.adobe.com
Zurück an Bord fasziniert ein Sonnenuntergang mit unglaublichen Rottönen. Es ist die perfekte Zeit, um mit dem Sundowner diese Luxuskulisse zu würdigen. Am nächsten Tag beeindruckt das Unterwasserleben der Lagune genauso wie eine Seakajaktour zum Riff. Wer nach dem Segeltörn noch „ein wenig Kleingeld“ zur Verfügung hat und richtig feudal relaxen möchte, bucht sich in den berühmten Overwater-Bungalows ein – welcome in paradise!
Von Sabine und Sepp Puchinger
Dass sich eine Metropole wie Berlin nicht an einem Wochenende erkunden lässt, ist klar. Am besten fährt, wer sich einen bunten Mix aus klassischen Must-sees und neuen Hotspots einverleibt.
In Berlin könnte man vermutlich Monate verbringen, ohne sich auch nur eine Sekunde zu langweilen. Nicht umsonst gilt Deutschlands Metropole als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Rund 3,7 Millionen Einwohner zählt Berlin derzeit – in den nächsten Jahren kommen Prognosen zufolge noch einmal 400.000 dazu.

Für sein reges Nightlife ist Berlin auf der ganzen Welt bekannt. Wer hier, statt schlafen zu gehen, nonstop Party machen will, findet immer einen offenen Klub. Im Sommer wird auch gerne im Freien und auf Partybooten auf der Spree gefeiert. (Foto: JFL Photography/stock.adaobe.com)
Kein Wunder, dass eine Stadt dieses Ausmaßes auch ein unendliches Angebot an Kunst und Kultur, Gastronomie, Nightlife, Shopping und Ausflugszielen offenbart. Das sich natürlich in den warmen Monaten am besten ausschöpfen lässt! Daneben spricht aber auch die leichte Erreichbarkeit Berlins für sich: So kann man etwa von Graz aus bis Ende Oktober ganze fünf Mal pro Woche in den Berlin-Flieger springen. Alternativ bietet sich der Nachtzug Graz–Berlin an – abends einsteigen, morgens entspannt aufwachen und dann schnurstracks eintauchen ins Lebensgefühl einer Stadt, die nicht nur niemals schläft, sondern über mehr Dönerläden (1.600!) als Istanbul und mehr Brücken als Venedig verfügt, als einzige Stadt der Welt drei bespielbare Opernhäuser beherbergt und ihrer zahlreichen klassizistischen Bauwerke wegen auch den Titel „Spree-Athen“ trägt.
„Janz Berlin is eene Wolke“, sagt man hier gerne, wenn alles läuft und man einen rundum tollen Tag erlebt. Die größte Frage als Nicht-Berliner ist dabei oft: Hier gibt es so viel Sehens-, Schmeckens- und Erlebenswertes – was davon packe ich in meinen Tag, und vor allem wie viel davon? Je nachdem, wie oft man die deutsche Hauptstadt schon besucht hat, wandern unterschiedliche Punkte auf die To-see-List. So kommt der Berlin-Newbie um klassische Sehenswürdigkeiten wie Fernsehturm, Regierungsviertel und Reichstag, Berliner Mauer inklusive East Side Gallery, Mauerpark und Checkpoint Charlie wohl kaum herum. Wer das Basisprogramm möglichst effizient und unkompliziert abhaken möchte, bucht am besten eine Tour, entweder klassisch mit dem Bus oder entspannt schippernd auf der Spree. Ergänzend – oder wenn man die Sightseeing-Hotspots bereits abgeklappert hat – bietet sich eine der zahlreichen Themen- und Erlebnistouren an, bei denen so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei ist, von der Stadtrundfahrt in der Trabi-Limousine über geführte Fahrradtouren (Street-Art, Nachtfahrt u. v. m.), diverse Galerien- und Geschichtsführungen bis hin zur mystischen Stadttour, bei der Legenden, geheime Codes und Symbole Berlins unter die Lupe genommen werden.
Must-see-Museen
Bei mehr als 175 Museen hat man in Berlin schon mal die Qual der Wahl. Zu den Basics – sprich, die Ausstellungen, die man zumindest einmal besucht haben sollte – zählen die fünf Museen auf der Museumsinsel inklusive der 3.000 Jahre alten Büste der Nofretete. Mit auf die Liste der Klassiker sollten auch das Museum für Naturkunde, die alte Nationalgalerie, das Alte und Neue Museum, das Deutsche Historische Museum sowie das DDR-Museum.
Da in Berlin nicht nur die ganze Stadt, sondern natürlich auch die Museumswelt ständig in Bewegung ist, kommen auch jene, die schon (fast) alles gesehen haben, stets auf ihre Kosten. Zum Beispiel im Humboldt Forum im Berliner Schloss gleich gegenüber der Museumsinsel: ein Universalmuseum, das neben diversen Sammlungen auch das Humboldt Labor umfasst, in dem interaktive Ausstellungen zu naturwissenschaftlichen Themen stattfinden.
Neu und vor allem für Kunstfans immer einen Abstecher wert ist auch DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, wo in einem ehemaligen DDR-Terrassenrestaurant aus den 70ern nun sowohl Kunst aus DDR-Zeiten als auch zeitgenössische Werke zur Schau stehen. Im Sommer 2023 öffnet auch das beliebte Medizinhistorische Museum der Charité wieder seine Pforten.
Wo Berlin durch den Magen geht
Ein guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück, sagt man. Im frank Café am Pfefferberg bleibt man jedoch nicht nur wegen sündhaft guter und schöner Croissants und Co. gerne länger sitzen. Besonders bei warmem Wetter wirkt der neue Foodie-Hotspot am Prenzlauer Berg mit seiner riesigen Terrasse, den charmanten Vintage-Möbeln und viel Grün wie eine Wellness-Oase mitten im Großstadtdschungel. Ein relativ neuer Highend-Laden, der Ausgefallenes wie Tonkabohnen-Pancakes serviert, ist das Frühstück 3000 in Schöneberg. Selbstverständlich findet man in der Hipster-Metropole auch Cafés, die auf traditionelles Frühstück setzen – zum Beispiel das Bleibtreu in der Nähe des Kurfürstendamms.
Wer gerne diniert, wo sich Promis und Szene versammeln, sollte sich folgende Adressen notieren: NENI im Dachgeschoss des 25 hours hotel bikini berlin punktet neben exzellenter israelisch-orientalischer Küche (die kennen wir von NENI in Wien) mit einem spektakulären Panorama über die City West und den Zoologischen Garten. Ebenso das Panama im Bezirk Schöneberg, optisch inspiriert vom Janosch-Kinderbuch-Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“. Serviert werden Food-Kreationen, die die Geschmacksknospen zum Jubeln bringen – vom Limonenseitling mit Zimt bis hin zu Schweinebäckchen mit Rhabarber. Amerikanisch-japanische Fusionsküche, kombiniert mit Brooklyn-Charme findet man im House of Small Wonder in Berlin-Mitte. Tipp: der „All Day Brunch“, der neben süßen Frühstücksklassikern auch Herzhaftes wie ein japanisches Frühstück mit Onigiri und Miso-Suppe umfasst.
Currywurst-Patriotismus
High-End-Food hin oder her – geht es um Berlin, darf ein Gericht natürlich nicht ausgeklammert werden: die gute alte Currywurst. Nicht, dass die Berliner sie ständig essen würden – heilig ist sie ihnen dennoch, immerhin gilt sie als kulinarisches Wahrzeichen der Stadt. Wer in Berlin behauptet, er hätte schon woanders bessere Currywurst gegessen, begibt sich auf dünnes Eis. Immerhin wird die echte Berliner Currywurst sogar nach eigenem Rezept hergestellt – seit einer Vorgabe der Landesbehörde im Jahr 1967 darf die Basis ausschließlich aus feinen, ungepökelten Bratwürsten in hoher Qualität bestehen. Kein Wunder, dass der Currywurst-Patriotismus der Hauptstädter derart kompromisslos ist. Weshalb man ihnen hinsichtlich der Top-Adressen vollstes Vertrauen schenken kann: Nummer eins in Kreuzberg ist Curry36, wo es nicht nur schnell geht, sondern nebst der perfekten Wurst mit Sauce auch noch exzellente Pommes auf der Pappe landen.
Am Prenzlauer Berg wiederum wandern bei Konnopke’s Imbiss seit 1930 Currywürste
über die Theke – ein Laden, der neben Top-Qualität auch mit urigem Berliner Charme punktet und nicht zuletzt deshalb sowohl Einheimische als auch Touristen anlockt. Als beste Currybude Westberlins (und die mit der höchsten Promidichte) gilt Bier’s Kudamm 195 in Charlottenburg. Hier wird – zum Unmut vieler Currywurst-Patrioten – sogar Champagner ausgeschenkt.
Wer mit Streetfood liebäugelt, sollte sich den Preußenpark nicht entgehen lassen, eine der grünen Oasen Berlins und Lieblingsausflugsziel vieler Einheimischer. Mittlerweile als Thaiwiese bekannt, findet man hier wochenends den größten Thai-Streetfood-Markt Deutschlands. Hier kostet man sich durch aromatisch-scharfe Kreationen aus 60 verschiedenen, kleinen Outdoor-Küchen, um sich nachher auf der Liegewiese des Parks ein Verdauungsschläfchen zu gönnen oder einfach nur das bunte Treiben rundum zu genießen. Decke und kühle Drinks nicht vergessen!

Tick, tack: Die 24 Segmente der Urania-Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz stehen für die Zeitzonen der Erde. Bereits seit ihrer Installation 1969 fungiert sie als beliebter Treffpunkt für Berliner und Touristen. (Foto: Peter Jesche/adobe.stock.com)
Ein Feuerwerk an Festivals
Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten bietet es sich an, seinen Berlin-Trip gleich mit einem Festival zu kombinieren. Definitiv sehenswert: der Karneval der Kulturen, ein viertägiges Straßenfest am Pfingstwochenende (26. bis 29. Mai), an dem 5.000 Akteure aus aller Welt die Hauptstadt noch bunter machen.
Kunstliebhaber legen ihre Berlinreise am besten in die Zeit vom 13. bis 17. September – die Berlin Art Week gilt nicht umsonst als absoluter Höhepunkt des Berliner Kunstjahres. Zum leuchtenden Augenschmaus wird die deutsche Hauptstadt schließlich im Oktober (6. bis 15.), wenn beim Festival of Lights zahlreiche Wahrzeichen, Plätze und historische Orte bunt beleuchtet und Lichtkunst-Projektionen musikalisch untermalt werden. Eines der bekanntesten Festivals Berlins, das 2023 bereits zum 19. Mal über die Bühne geht und traditionell unter der Schirmherrschaft der regierenden Bürgermeisterin steht.
von Anja Fuchs Beitragsbild: Bartolomiej Pietrzyk/Shutterstock
„Federleicht und doch felsenfest, vogelfrei und doch hautnah, beflügelt und doch verwurzelt.“ Jochen Mariss
Perfekt gestrandet.
Wer im Urlaub die Kombination aus Robinson-Crusoe-Charme und unbekümmertem Luxus liebt, ist in der Bucht von Anse aux Poules Bleues an der richtigen Adresse. Im Mango House Seychelles taucht man unmittelbar ins kreolische Lebensgefühl ein – der Ausblick vom Infinity-Pool aufs türkisblaue Meer, frisch gemixte Cocktails nach Hausrezept und noch frischer gesäbeltes Sushi sprechen für sich. Beste Reisezeit: Immer! Durch die Äquatornähe gibt’s ganzjährig stabile 30 Grad. hilton.com

Foto: Nina Popp
Spring Ins Glück.
Fünf Jahre Arbeit und rund 250 Interviews bilden die Basis für Nina Popps „Lavanttal Storys”. Absolutes Must-read für Reiselustige und Feinspitze, die die besten Ecken des Kärntner Tales erkunden möchten. Die Grazer Autorin ist sich aber sicher: Auf den 512 Seiten können selbst eingefleischte Lavanttaler noch etwas lernen. ninapopp.com

Foto: Alexei Scutari/unsplash
On Top.
Jährlich bestimmen Travel-Trendsetter neue Trend-Destinationen, um die man als Reiseliebhaber nicht herumkommt. 2023 ganz heiß gehandelt: die Inselgruppe der Lofoten in Norwegen. Am meisten holt man hier bei einem Trip im Sommer raus – dank 24 Stunden Tageslicht lässt sich die wilde, ungezähmte Natur rund um die Uhr erkunden. visitnorway.de

Foto: Martin Körner/The Anam Mui Ne
Xin Chào.
Ein Trip ins einstige Saigon ist spektakulär – jedoch kann der vietnamesische Hauptstadt-Trubel auch ganz schön fordern. Tipp: ein paar Tage im Küstenort M˜ui Né anhängen. Nichts als Strand, chillen, aus Kokosnüssen schlürfen – und nobel wohnen, etwa im Luxustempel The Anam, der nicht nur architektonisch beeindruckt. theanam.com

Foto: Sophie Kirchner/Refugium Lunz
Kommen und Bleiben.
Definitiv mehr als „just another Designhotel” verspricht das Refugium Lunz zu werden, das im April seine Pforten öffnet. Wo? In Lunz am See im Mostviertel, wo die Uhren noch langsamer ticken als in der City. Sommerfrische mit Nostalgietouch – check! refugium-lunz.at
I want to fly away
Man sagt ja, wer die Abenteuerlichkeit des Reisens ins Blut bekommt, wird diese nie wieder los … Können wir bestätigen! Allein vom Reisen zu träumen, beflügelt schon enorm. Ideen zum Träumen? Gibt es hier!
Beitragsbild: Mango House Seychelles
Das sind grandiose Landschaften, fremde Kulturen und der Mythos Seidenstraße: Kirgistan. Eine persönliche Entdeckungsreise mit einem Hauch von Abenteuer.
Die Seidenstraße sollte eigentlich als „die Seidenstraßen“ von Kirgistan bezeichnet werden – denn natürlich handelt es sich bei diesem berühmten Handelsweg nicht nur um die Südroute durch den Iran weiter in den Mittelmeerraum, sondern um ein weitverzweigtes Netz historischer Karawanenstraßen, die am Landweg von China über Zentralasien und Persien bis in den Mittelmeerraum führten. Es wurden nicht nur Seide, Gewürze und Porzellan gehandelt, sondern es fand auch ein reger Austausch von Kulturen, Religionen und Wissen zwischen Ost und West statt. Während im Iran und in Usbekistan mystische Oasenstädte und bunte Souks „Seidenstraßenfeeling“ vermitteln, schlummern Kirgistans Geheimnisse noch dahin.
Die Vielfalt der „Stan-Länder“ (die Endsilbe stammt aus dem Persischen und bedeutet „Land“) ist jedenfalls mehr als eine Reise wert. Großartige Natur von Steppenlandschaften über grüne Almwiesen mit Nomadenleben bis zu Gebirgsseen und den gletscherbedeckten Siebentausendern der Himmelsberge (Tian Shan) lockt genauso wie Oasenstädte, alte Karawansereien und die sehr lebenswerte postkommunistische Metropole Bishkek. Nicht zu vergessen eine überraschend interessante Küche.
Olympische Ehren?

Das Osh- Museum verbindet natürliche und künstliche Höhlen im Pilgerberg Suleiman-Too.
Anflug nach Almaty in Kasachstan. Zwar ist das nördlich gelegene Nur-Sultan 1993 zur neuen Hauptstadt ernannt worden, Almaty ist aber kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes geblieben: eine kontrastreiche Zwei-Millionen-Metropole mit protzenden, modernen
Glaspalästen, unverkennbarer Sowjetarchitektur und ehrwürdig gepflegten Altstadtrelikten. Die bunte russisch-orthodoxe Himmelfahrtskathedrale, das interessante Museum für Volksmusikinstrumente, der gepflegte Panfilov-Park und die Fußgängerzone gehören genauso zum interessanten Stadtbild wie der Grüne Markt, die riesige Moschee und eine lebendige Restaurantszene. Das neuntgrößte Land der Welt hat gigantische Bodenschatzreserven und ist steinreich. Imposant ist vor allem der Ausblick vom Aussichtsberg auf die Metropole mit der mächtigen Kulisse des Tian-Shan-Gebirges. Mittendrin und hoch oben in dieser Bergwelt liegen moderne Wintersportanlagen wie das Eisstadion von Medeo und das Skigebiet Shymbulak.
Die Schweiz von Zentralasien.
Morgens noch in den Ausläufern der Steppe und zwischen Sandsteinskulpturen unterwegs, dominieren einige Stunden später glasklare Bäche und tiefgrüne Wiesen in Kirgistan. Der gebirgige Binnenstaat wird von rund 5,7 Millionen Menschen bewohnt – größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Bishkek mit über 800.000 Einwohnern. Über 90 Prozent der Landesfläche sind gebirgig, das mächtige Tian-Shan-Gebirge dominiert das Land mit Gipfeln bis fast 7.500 Meter und mehr als 2.000 Gletschern.
Alpen im Superlativ.
Ein atmosphärischer Einstieg in die Welt Kirgistans ist das Städtchen Karakol. Die hölzerne Dunganen-Moschee, die russisch-orthodoxe Dreifaltigkeitskirche und das sehenswerte
Przewalski-Museum, dem berühmten Asienforscher Nikolai Przewalski gewidmet und in einem schönen Park gelegen, begeistern. Ein Ausflug Richtung Kurort Altyn Arashan führt schon auf über 2.000 Meter – und tief in die Täler der Himmelsberge. Naturliebhaber jubeln: 7.000 Meter hohe leuchtende Schneeriesen, grüne Almwiesen, Jurten, endlose Wälder und damit letzte Rückzugsgebiete für wilde Tiere sind wie ein Anschlag auf die Sinne. Mit dem Städtchen Karakol als Basis lässt es sich hier wochenlang wandern, reiten, auf Berge kraxeln oder einfach nur die Seele baumeln lassen.
Das Meer der Kirgisen
Der 3.268 Quadratkilometer große See Issyk-Kul („Warmer See“) ist mit 182 Kilometer Länge und bis zu 60 Kilometer Breite der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt. Die schneebedeckte Bergkulisse ist grandios, alle Touren in die Seitentäler zu Bergseen, Wasserfällen, roten Sandsteinfelsen oder der lokalen „Painted Desert“ lohnen und machen süchtig nach mehr. Genial ist auch die Wassertemperatur. Durch unterirdische Thermalquellen friert der See selbst im kältesten Winter nicht zu. Also rein ins Meer der Kirgisen.
Überraschung Bishkek.

In der 300 Meter tiefen Charyn-Schlucht im Charyn-Nationalpark gibt es mehr als 1.500 Pflanzenarten.
Die Hauptstadt Bishkek liegt an einer alten Seidenstraßenroute und entwickelte sich aus einem Karawanenstützpunkt. Sie gleicht einem riesigen Freilichtmuseum – und hat Charme. „Die Bevölkerung will nicht mehr zurück in ein kommunistisches Großreich, aber die sowjetischen Stadtarchitekten haben zumindest beste Voraussetzungen für eine lebenswerte Großstadt geschaffen. Wir haben alles – großzügig angelegte Parks und Boulevards, Monumentalbauten wie das Musiktheater, das Puppentheater, Denkmäler, eine pittoreske orthodoxe Kirche und eine riesige Moschee, gute Restaurants und Cafés, dazu Orientflair im riesigen Basar und natürlich Plattenbauten“, zeigt sich die Kirgisin Dinara
stolz auf ihre Heimatstadt. Und vor der Haustür warten Nationalparks, selbst Tagesausflüge in die Himmelsberge sind möglich. „Dort oben an den Bergseen grillen die Leute. Essen war und ist immer wichtig gewesen für das ehemalige Nomadenvolk.“ Deshalb stellt uns Dinara kirgisische Speisen – zum Beispiel die hausgemachten Nudeln Beshbarma – vor. Dazu: Steinbräu- Bier aus Kirgistan.
Jurtenromantik.
War der Vorabend noch von Streetlife und kirgisischer Rockmusik gekennzeichnet, dominiert am nächsten Tag die Stille im Jurtenlager. Endlos windet sich die Straße zum Songköl-See auf 3.000 Metern. Auf den riesigen Weideflächen rundum stellen die Halbnomaden ab Juni ihre Jurten auf, ihre Tierherden finden bis in den September ideale Weidebedingungen. Wir werden in Jurten übernachten, um den See wandern und die Stille der Hochebene aufsaugen. Und ein wenig am Nomadenleben teilhaben: in die Kochtöpfe schauen, Tschai schlürfen, frisches Fladenbrot kosten, beim Erstellen eines Filzteppichs zusehen – und den lokalen „hard drink“ probieren: Wir prosten uns mit vergorener Stutenmilch zu. Tagestemperaturen von 20 bis 30 Grad und tiefblauer Himmel haben selbst im Sommer klirrend kalte Nächte zur Folge. Macht aber nix, die Nomaden sind Überlebenskünstler und beheizen ihr Zuhause.
Geheimnisse der Seidenstraße.
Während der Nachbar Usbekistan mit UNESCO-Weltkulturerbestätten zahlreiche Touristen anlockt, genießt man in Kirgistan Basartraditionen und Seidenstraßenromantik noch fast allein. Einsam gelegen reist man mit der Karawanserei Tash Rabat in die Vergangenheit. Dieser gut erhaltene Steinbau aus dem 15. Jahrhundert lässt viel von den Strapazen einer Handelsreise im Mittelalter erahnen. Für die Karawanen waren derartig befestigte Orte in der Entfernung einer Tagesreise überlebensnotwendig.
Pik Lenin und Pamir Highway. Es geht südwärts Richtung Grenze zu Tadschikistan. Dramatisch ist die Anfahrt beim letzten Tageslicht ins Basecamp des Pik Lenin auf 3.600 Metern, genauso dramatisch der morgendliche Blick durch eine Welt der Eisbrücke zum eindrucksvollen 7.134 Meter hohen Pik Lenin. Der Trekkingtag bietet Kirgistan mit all seiner natürlichen Vielfalt: Unter uns tiefgrüne Weiden mit Schafen, Pferden und typischem Almalltag, über uns leuchten die Pamir-Siebentausender in das endlose Blau des Himmels. Und nach einem wilden abendlichen Bergglühen gibt’s „all inklusive“ den nächtlichen Tausendsternehimmel gratis.
Von Sabine und Sepp Puchinger
Beitragsbilder: Sabine und Sepp Puchinger
